Hamburg liefert wieder Thrash mit Haltung. GODSNAKE melden sich mit ihrem dritten Studioalbum Inhale The Noise zurück. Release ist am 17. April 2026 über Massacre Records. Die erste Single Lost and Forgotten steht bereits im Raum. Hymnisch. Direkt. Mit klarer Botschaft für alle, die sich nie angepasst haben. Produziert hat die Band gemeinsam mit Lasse Lammert in den LSD Studios. Dort entstanden auch Produktionen für Alestorm, Wind Rose und Gloryhammer. Auf dem Album ist zudem Jean Bormann von Rage mit drei Soli vertreten. Härter. Aggressiver. Vielschichtiger. Und doch klar erkennbar GODSNAKE. Zeit für ein Gespräch ohne Sicherheitsnetz.
Inhale The Noise klingt wie ein Statement. Was genau sollen wir einatmen. Wut, Zusammenhalt, Eskapismus oder Realität.
Eigentlich ist es erstmal viel simpler. Pfeift Euch diese Musik rein, inhaliert das Zeug, um eine richtig gute Zeit zu haben, abzuschalten und ordentlich abzumoshen. Wenn Ihr dabei schreien und lauthals mitbrüllen wollt, um den alltäglichen Wahnsinn des Hier und Jetzt kurzzeitig zu übertönen…umso besser.
Lost and Forgotten ist eine Hymne für Außenseiter. Wann habt ihr euch selbst zuletzt lost gefühlt. Und was hat euch zurück auf die Bühne gebracht.
Letztendlich ist der Song vor allem ein Lobgesang auf die Metal Community und den Zusammenhalt, den man in dieser Welt findet. Viele Metalheads haben sicher in ihrem Leben schon mal Erlebnisse gehabt, in denen sie von anderen Menschen, die eben nichts mit dieser Musik, der dazu gehörigen Kleidung und dem ganzen Style der Szene, schief angeguckt, belächelt oder eben auch ausgegrenzt worden sind. Das hat auch jeder von uns schon erfahren. Als Band haben wir das große Vergnügen, Teil dieser crazy Family zu sein und vor Menschen spielen zu können, die die echte Passion für Musik der härteren Gangart teilen und dementsprechend dankbar mit uns feiern und uns supporten. Das ist ein Riesengefühl und ein tierischer Motivationsfaktor für unser lärmendes Treiben.
Ihr sprecht von Freaks und Freunden im Video. Wie politisch ist diese Community Idee in Zeiten von Spaltung und Social Media Dauerfeuer.
Wir sind keine Prediger, wir haben keinen unbeirrbaren Missionseifer. Aber natürlich ist die Idee der Verbundenheit und Gemeinschaft ein positives Merkmal und etwas Hoffnungsvolles im Vergleich zu den Social Media Zuständen, die einen doch immer wieder Erschaudern lassen.
Ihr sagt, das Album sei härter und aggressiver. Wo genau habt ihr musikalisch die Schrauben angezogen. Songwriting, Tuning, Tempo, Produktion.
Grundsätzlich „thrasht“ das Album etwas mehr als die beiden Vorgänger. Das Tempo ist zum Teil etwas angezogen. Lasse sagte beim Recording Prozess, dass es mehr auf die Mütze gäbe als sonst. Sounds fine for us. Aber wir bleiben uns und unserem Style dabei immer treu. Auf die GODSNAKE typischen heftigen Riffs mit mächtigem Groove folgen häufig Melodien, die im Kopf bleiben.
Die Produktion mit Lasse Lammert ist massiv und modern. Wo habt ihr bewusst auf Hochglanz verzichtet, um die Kante zu behalten.
Lasse ist eine Instanz. Ein Garant für Qualität, ein Garant für Metal. Das lässt sich einfach nicht leugnen. Er hat sich da über viele Jahre einen echten Status erarbeitet. Lasse und uns war es wichtig, dass die Produktion authentisch, mächtig, fett… aber eben nicht zu sehr „modern“ klingt, was man konkret am besten am etwas roheren Gitarrensound und den Drums festmachen kann. Die Gitarren haben dadurch etwas mehr Vibe bekommen. Gerade das Schlagzeug klingt in der Moderne der harten Musik oft sehr wenig echt, sehr glattgebügelt, sehr frei von Blech und sehr basierend auf Triggersounds. Dem wollten wir entgegenwirken.
Mit Jean Bormann von Rage habt ihr starke Soli am Start. Was bringt er in eure Songs ein, das ihr allein so nicht hättet erzeugen können.
Kurz vor der Produktion des dritten Albums ist der zweite Gitarrist ausgestiegen. Die vermeintliche Not der nun anderweitig zu spielenden Soli haben wir kurzerhand zur echten Tugend gemacht. Denn von gemeinsamen Gigs mit RAGE kannten wir Jean. Und als wir intern diskutiert haben, wer sich nun um die drei offenen Soli kümmern könnte, kam uns ganz schnell genau dieser Saitenhexer in den Sinn. Gott sei Dank hat der gute Mann sofort eingewilligt, uns dabei zur Seite zu stehen und hat drei großartige Soli abgeliefert.
Ihr kommt aus Hamburg. Welche Rolle spielt die Stadt heute noch für euren Sound. Hafenromantik oder eher Beton und Gegenwind.
Wir bringen mächtig Wind mit, das ist mal sicher. Nach altem Fisch riecht es hier nicht, wir kommen frisch und fröhlich daher, um die ein oder andere Wand niederzuschmettern.
Wir lieben Hamburg und das Flair dieser Stadt und freuen uns daher, als Nordlichter oder Fischköppe angekündigt zu werden. Very fine for us 😊
Melodic Thrash ist ein schmaler Grat zwischen Hook und Härte. Wie verhindert ihr, dass Eingängigkeit zur Beliebigkeit wird.
Für uns ist es eben genau diese Kombi aus Hook und Härte, aus Melodie und Schlag ins Gesicht, die unseren Sound ausmacht und charakterisiert. Dabei bleiben die Songs aber durchaus abwechslungsreich und unterschiedlich, so dass Beliebigkeit ausgeschlossen werden kann.
Ihr veröffentlicht auf CD, Vinyl und digital. Welche Rolle spielt das physische Format für euch noch. Ist Vinyl Haltung oder Nostalgie.
Natürlich faden die physischen Tonträger langsam dahin bzw. aus. Das ist Fakt. Auch wenn sich das ziemlich bescheiden anfühlt. Trotzdem gibt es speziell im Bereich Metal immer noch viele Konsumenten, denen das physische Produkt einfach viel bedeutet, die diese Veröffentlichungen sammeln und sich eben auch an Artwork, Inlaycard, Booklet etc. wirklich erfreuen.
Wir wurden nach dem ersten Album, das es physisch lediglich auf CD gegeben hat, immer wieder von Fans gebeten, doch bitte auch auf Vinyl zu veröffentlichen. Da steckt bei vielen wirklich echte Leidenschaft für dieses Medium. Daher haben wir uns wie schon beim zweiten Album auch beim aktuellen Longplayer erneut für eine verdammt schick gestaltete Vinyl Ausgabe entschieden.
Release Show im Bambi Galore. Danach Festivals und Clubs. Was muss 2026 live passieren, damit ihr sagt, dieses Kapitel hat sich gelohnt.
Das Programm liest sich aktuell schon verdammt gut und es kommen gerade immer weitere Anfragen für tolle Gigs in 2026. Da können wir also gar nicht meckern. Sollte sich wie in 2024 noch eine (Support) Tour ergeben, die uns erneut auch über ein paar europäische Ländergrenzen führen würde, wäre das natürlich eine Megasause. Wir schauen freudig auf all das, was noch kommen wird.
Danke für eure Offenheit, eure Klarheit und eure Energie. Man spürt, dass hier keine Pose spricht, sondern Überzeugung. Ich wünsche euch eine laute Veröffentlichung, volle Clubs, starke Begegnungen und den langen Atem, den diese Szene braucht. Alles Gute für Inhale The Noise und die kommende Livesaison.
Wir bedanken uns sehr, die besten Grüsse aus Hamburg
Interview by CK
GODSNAKE Bild © Franz Schepers


