Kirchheimbolanden – Lachsalven und ein begeistertes Publikum bei einem bunten Programm waren am vergangenen Samstag in der Stadthalle an der Orangerie angesagt. Beim Festival der Travestie regierten Glanz, Glamour und jede Menge Glitzerstaub, der vermutlich noch Tage später in den Jackentaschen des Publikums gefunden wurde. Zwei Stunden lang verwandelte sich die Bühne in eine schillernde Parallelwelt, in der Wimpern länger, Stimmen höher und Pointen treffsicherer waren als der morgendliche Wecker. Im Zentrum des Geschehens: Maria Crohn – charmant, schlagfertig und mit einer Zunge so spitz, dass selbst Nähnadeln kurz neidisch zusammenzuckten.
Mit herrlicher Selbstironie nahm sie nicht nur das Leben, sondern auch ihr „permanentes leichtes Übergewicht“ aufs Korn – und bewies dabei, dass Humor definitiv die beste Diät ist (zumindest für die Lachmuskeln). Zwischen funkelnden Kostümen, die irgendwo zwischen Cabaret, Las Vegas und „Was-glitzert-mehr-als-eine-Discokugel?“ angesiedelt waren, bot sich dem Publikum ein bunter Querschnitt der hohen Kunst, sich als Mann in einer Frauenrolle zu präsentieren – inklusive eleganter Posen, dramatischer Blicke und gelegentlicher High-Heel-Akrobatik, bei der man unwillkürlich die eigene Standfestigkeit hinterfragte.
Musikalisch ging es quer durch die Popwelt, und gemeinsam mit ihren drei ebenso brillanten Kolleginnen zauberte Maria Crohn ein Programm auf die Bühne, das so kurzweilig war, dass man sich am Ende fragte: „War das wirklich schon vorbei – oder hat jemand heimlich an der Uhr gedreht?“
Text und Fotos: Helmut Dell












