
AC/DC am Hockenheimring: 100.000 feiern Rock’n’Roll
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Am 13. Juli 2024 gehörte der Hockenheimring wieder AC/DC. Rund 100.000 Fans füllten das Motodrom und machten aus der Rennstrecke eine gewaltige Konzertarena. Neun Jahre waren seit dem letzten AC/DC-Auftritt an gleicher Stelle vergangen. 2015 kamen dort sogar 105.000 Besucher zusammen. Jetzt kehrten Angus Young, Brian Johnson und ihre Mitstreiter mit der „Power Up Tour“ zurück.
Schon Stunden vor dem Hauptact dominierte Schwarz das Gelände. AC/DC-Shirts aus unterschiedlichen Jahrzehnten, Kutten und die obligatorischen rot leuchtenden Teufelshörner waren überall zu sehen. Wer an diesem Samstag zum Hockenheimring gekommen war, musste nicht lange überlegen, welche Band hier gleich spielen würde.
The Pretty Reckless eröffnen mit kräftigem Rocksound
Bevor AC/DC übernahmen, gehörte die große Bühne The Pretty Reckless. Die US-Rockband um Sängerin Taylor Momsen begleitete AC/DC auf der europäischen Tour und war auch für Hockenheim offiziell als Support bestätigt.
Die Band bekam dabei keine einfache Aufgabe. 100.000 Menschen warteten auf einen der größten Namen der Rockgeschichte. Momsen und ihre Mitmusiker gingen entsprechend ohne viel Zurückhaltung ans Werk.
Mit „Death by Rock and Roll“ begann das Set, später folgten unter anderem „Since You’re Gone“, „Follow Me Down“, „Going to Hell“, „Heaven Knows“ und „Take Me Down“. Zehn Songs standen auf dem Programm.
Vor allem in den vorderen Bereichen war die Resonanz schnell da. The Pretty Reckless machten aus ihrem Auftritt mehr als bloße Wartezeit und hinterließen ein Publikum, das für den Hauptact längst auf Betriebstemperatur war.
Mit „If You Want Blood“ gibt es kein langes Vorgeplänkel
Um etwa 20.30 Uhr begann schließlich der Teil des Abends, auf den fast alle gewartet hatten. „If You Want Blood (You’ve Got It)“ eröffnete das AC/DC-Set. Direkt danach folgte „Back in Black“.
Damit war die Richtung klar.
AC/DC brauchten keine komplizierte Dramaturgie. Ein Riff von Angus Young reichte häufig aus, und zehntausende Menschen wussten sofort, was kam. „Demon Fire“ traf auf „Shot Down in Flames“, danach schlug „Thunderstruck“ein.
Über dem Motodrom gingen die Hände hoch. Auf den Tribünen wurde gestanden, im Innenraum bewegte sich eine riesige schwarze Masse im Takt.
Manche Rockshows versuchen ständig, den nächsten Effekt größer zu machen als den vorherigen. Bei AC/DC blieb die Gitarre der wichtigste Effekt.
Brian Johnson und Angus Young stehen im Zentrum
Die Tourbesetzung bestand aus Brian Johnson am Gesang, Angus Young an der Leadgitarre, Stevie Young an der Rhythmusgitarre, Chris Chaney am Bass und Matt Laug am Schlagzeug. Genau diese Formation war von AC/DC für die „Power Up Tour“ bestätigt worden.
Johnson musste niemandem mehr erklären, wie diese Songs zu klingen haben. Seine raue Stimme setzte sich durch den massiven Bandsound, während Angus Young praktisch permanent in Bewegung blieb.
Schuluniform, Gibson SG und Duckwalk gehören seit Jahrzehnten zusammen. Trotzdem wirkte das auf dem Hockenheimring nicht wie ein nostalgisches Theaterstück. Angus rannte über die Bühne, setzte zum nächsten Solo an und ließ sich später bei „Let There Be Rock“ ausgiebig Zeit, seine Gitarre ins Zentrum zu stellen.
Das Publikum wusste genau, was es bekam.
Und wollte genau das.
„Hells Bells“ und die großen Bilder einer AC/DC-Show
Ein AC/DC-Konzert funktioniert auch deshalb so gut in dieser Größenordnung, weil viele Songs ihre eigene Bildsprache längst mitbringen.
Bei „Hells Bells“ durfte die große Glocke nicht fehlen. „Shoot to Thrill“ und „Sin City“ hielten das Tempo hoch, „Rock ’n’ Roll Train“ brachte Material aus einer jüngeren Bandphase ins Set.
Mit „Shot in the Dark“ stand außerdem ein Titel aus dem 2020 veröffentlichten Album „Power Up“ zwischen den Klassikern. Die Tour war nach genau dieser Platte benannt.
Das funktionierte erstaunlich selbstverständlich. Niemand musste auf den nächsten Achtziger-Hit warten, damit Bewegung ins Publikum kam.
Trotzdem ließ sich deutlich hören, welche Stücke längst Teil des kollektiven Rockgedächtnisses geworden sind.
Bei „Highway to Hell“ leuchtet der Hockenheimring rot
Spätestens bei „You Shook Me All Night Long“ war gemeinsames Singen kaum noch optional.
Danach kam „Highway to Hell“.
Rund um das Motodrom blinkten rote Hörner, Hände gingen in die Höhe und Brian Johnson konnte ganze Zeilen ins Publikum geben. Das Bild passte fast zu gut: 100.000 Menschen, ein warmer Sommerabend und einer der bekanntesten Gitarrenriffs der Rockgeschichte.
Mit „Whole Lotta Rosie“ ging es weiter, bevor „Let There Be Rock“ Angus Young noch einmal ausführlich die Bühne überließ. Das reguläre Set umfasste 19 Songs.
Nach mehr als zwei Stunden war aber immer noch nicht endgültig Schluss.
Kanonen zum Finale
Für die Zugabe kamen AC/DC mit „T.N.T.“ zurück.
Danach fehlte eigentlich nur noch ein Song.
„For Those About to Rock (We Salute You)“ setzte den Schlusspunkt und brachte schließlich auch die berühmten Kanonen zum Einsatz.
Die Salven gingen über das Gelände, die Bühne verschwand noch einmal in Licht und Rauch, und 100.000 Menschen bekamen genau jenes Finale, auf das dieser Abend seit Stunden zugelaufen war.
Neun Jahre nach dem letzten eigenen AC/DC-Konzert auf dem Hockenheimring standen die Australier wieder im Motodrom. Viel hatte sich in dieser Zeit verändert, auch innerhalb der Band.
Die entscheidenden Dinge klangen an diesem Abend allerdings erstaunlich vertraut: eine SG, ein unverwechselbares Riff und ein Hockenheimring, der bei „Highway to Hell“ geschlossen mitsang.
Setlist AC/DC Hockenheim 2024
- If You Want Blood (You’ve Got It)
- Back in Black
- Demon Fire
- Shot Down in Flames
- Thunderstruck
- Have a Drink on Me
- Hells Bells
- Shot in the Dark
- Stiff Upper Lip
- Shoot to Thrill
- Sin City
- Rock ’n’ Roll Train
- Dirty Deeds Done Dirt Cheap
- High Voltage
- Riff Raff
- You Shook Me All Night Long
- Highway to Hell
- Whole Lotta Rosie
- Let There Be Rock
Zugabe:
- T.N.T.
- For Those About to Rock (We Salute You)














