
Max Giesinger in Wiesbaden: Die Reise geht weiter
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Regen über Wiesbaden, Strandkörbe auf dem Rasen und endlich wieder Menschen vor einer Konzertbühne. Am 15. Juli 2021 machte Max Giesinger beim Strandkorb Open Air in der BRITA-Arena Station. Das Konzert war ausverkauft. Und selbst das wechselhafte Wetter konnte an diesem Abend kaum jemanden davon abhalten, die lange vermisste Livemusik zu genießen.
Gerade 2021 hatte ein Konzert wie dieses eine andere Bedeutung als gewöhnlich. Monate voller Einschränkungen lagen hinter Künstlern und Publikum. Nun stand Giesinger wieder mit seiner Band auf einer Bühne, vor echten Menschen statt Kameras und Livestreams.
Das merkte man ihm an.
Max Giesinger genießt die Rückkehr auf die Bühne
Vom ersten Song an wirkte Max Giesinger spielfreudig und sichtbar froh darüber, wieder direkten Kontakt zu seinen Fans zu haben.
Die BRITA-Arena bot dafür allerdings ein ungewöhnliches Bild. Bis zu 1.000 Strandkörbe konnten bei der Wiesbadener Veranstaltungsreihe auf dem Innenraum verteilt werden, jeweils mit Platz für zwei Personen und getrennt in einzelne Bereiche. Was ursprünglich aus den Pandemiebedingungen entstanden war, sorgte an diesem Sommerabend für eine beinahe gemütliche Open-Air-Atmosphäre.
Gemütlich blieb es allerdings nicht lange.
Sobald Giesinger und seine Musiker das Tempo anzogen, wurde vor den Strandkörben geklatscht und getanzt. Die Freude darüber, überhaupt wieder bei einem Konzert stehen zu können, war deutlich zu spüren.
Wenn sie tanzt bringt Bewegung in die BRITA-Arena
Musikalisch verband Giesinger bekannte Songs mit damals neuerem Material. „Wenn sie tanzt“ gehörte zu jenen Titeln, bei denen das Publikum kaum Unterstützung brauchte.
Der Refrain kam laut zurück.
Auch der Regen änderte daran wenig. Statt die Stimmung zu bremsen, wurde er irgendwann einfach Teil des Abends. Wer einen Strandkorb hatte, bekam zumindest etwas Schutz. Wer lieber davor stand und tanzte, nahm das Wetter eben mit.
Giesinger suchte dabei mehrmals bewusst die Nähe zum Publikum. Bei zwei Songs verließ er die eigentliche Bühne und ging hinaus auf das Spielfeld. Natürlich unter den damals notwendigen Abstandsbedingungen, aber immerhin nah genug, um aus der großen Stadionproduktion für einige Minuten einen deutlich persönlicheren Moment zu machen.
80 Millionen wird zum großen Mitsingmoment
Spätestens bei „80 Millionen“ war Zurückhaltung kaum noch gefragt.
Der Song, mit dem Max Giesinger 2016 endgültig einem breiten Publikum bekannt wurde, funktioniert live noch immer über diesen einen großen Refrain. Auch in Wiesbaden sangen die Besucher lautstark mit.
Gerade solche Momente wirkten 2021 anders als vor der Pandemie.
Gemeinsam einen Song zu singen, dicht genug an einer Bühne zu stehen, Bass und Schlagzeug wieder unmittelbar zu hören. Dinge, die jahrelang selbstverständlich gewesen waren, fühlten sich plötzlich besonders an.
Giesinger griff diese Stimmung auf, ohne daraus ständig eine große Geschichte machen zu müssen. Er spielte. Die Menschen sangen.
Das reichte.
Zwischen alten Hits und neuen Songs
Der Abend lebte nicht allein von den großen bekannten Singles.
Giesinger hatte zu dieser Zeit bereits Songs wie „Irgendwann ist jetzt“ veröffentlicht und arbeitete musikalisch am nächsten Kapitel seiner Karriere. Auf seinen Konzerten im Sommer 2021 trafen deshalb Stücke aus „Der Junge, der rennt“ und „Die Reise“ auf neueres Material. Der Wiesbadener Auftritt gehörte zu einer Reihe von Open-Air-Terminen, die ihn in diesem Sommer wieder quer durch Deutschland führten.
Dadurch bekam der Abend mehr als nur den Charakter eines Best-of-Konzerts.
Mal wurde es ruhiger, dann wieder deutlich poppiger. Giesinger wechselte zwischen persönlichen Songs und jenen Nummern, bei denen die Menschen vor ihm sofort aufstanden.
Und immer wieder dieser Blick ins Publikum.
Regen kann Wiesbaden die Stimmung nicht nehmen
Dass ausgerechnet während eines Open-Air-Konzerts Regen aufzog, hätte den Abend leicht ausbremsen können.
Tat es nicht.
Die Besucher rückten in ihre Strandkörbe, holten Regenschutz hervor oder blieben einfach stehen. Dazu passte das Bild am Ende beinahe zu gut: Über der Arena zeigte sich ein Regenbogen, während ein besonderer Konzertabend langsam seinem Ende entgegenging.
Für Max Giesinger und sein Publikum ging an diesem Abend tatsächlich eine Reise weiter, die viel zu lange unterbrochen gewesen war.
Text & Foto Jan Heesch














