DONOTS, H-BLOCKX und Blackout Problems beim Gießener Kultursommer 2026 vor der historischen Kulisse des Klosters Schiffenberg

DONOTS, H-BLOCKX und Blackout Problems verwandeln den Schiffenberg in ein Tollhaus

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Drei Bands, drei Generationen, ein gemeinsamer Nenner: Rockmusik, die live funktionieren muss. Am 21. August 2026 wurde der historische Kloster Schiffenberg beim Gießener Kultursommer zur Bühne für einen ausverkauften Abend mit Blackout Problems, H-BLOCKX und den DONOTS. Rund 4.800 Besucher waren dabei.

Schon früh war klar, dass hier niemand auf einen gemütlichen Freitagabend aus war.

Blackout Problems starten mit voller Energie

Den Auftakt machten Blackout Problems aus München. Frontmann Mario Radetzky hielt wenig von Abstand und suchte vom ersten Song an die Nähe zum Publikum. Die Bühne war ihm schnell zu klein.

Er sprang ins Publikum, war ständig in Bewegung und machte deutlich, dass Alternative Rock, Indie und Punk bei dieser Band vor allem live ihre Wirkung entfalten. Selbst der VIP-Bereich bekam einen kleinen Seitenhieb ab, als Radetzky augenzwinkernd fragte, ob dort genug Essen und Getränke vorhanden seien und ob man davon vielleicht etwas teilen könne.

Frech, aber passend.

H-BLOCKX bringen die 90er zurück auf den Schiffenberg

Gegen 19:15 Uhr übernahmen die H-BLOCKX.

Plötzlich war dieser Abend auch eine Reise zurück in die 90er. Songs wie „Move“„How Do You Feel?“„Countdown to Insanity“„Little Girl“ oder „The Power“ funktionieren auch Jahrzehnte später noch erstaunlich direkt.

Vor der Bühne wurde gesprungen, gesungen und ordentlich gefeiert.

Frontmann Henning Wehland zeigte sich sichtbar angetan von der Kulisse und bezeichnete den Schiffenberg als „Geschenk“. Das passte. Historisches Kloster, sommerliche Open-Air-Stimmung und dieser wuchtige Crossover-Sound bildeten eine ziemlich starke Kombination.

Alte Freundschaft, gemeinsamer Rockabend

Dass H-BLOCKX und DONOTS an diesem Abend gemeinsam auf der Bühne standen, war mehr als ein praktisches Doppelbooking.

Beide Bands verbindet eine lange Geschichte, die bis in die späten 90er zurückreicht. Gemeinsame Touren, Shows und Begegnungen haben über Jahre eine echte Verbindung entstehen lassen.

Genau das war an diesem Abend spürbar.

DONOTS legen mit „Auf sie mit Gebrüll“ los

Gegen 21:15 Uhr gehörte die Bühne dann den DONOTS.

Für die Band aus Ibbenbüren war es bereits der zweite Auftritt beim Gießener Kultursommer nach ihrem Gastspiel 2024. Diesmal kamen sie als Headliner zurück.

Mit „Auf sie mit Gebrüll“ ging es direkt rein.

Danach folgten „Calling“„Whatever Happened to the 80s“„Wake the Dogs“ und „Dead Man Walking“. Die Setlist führte durch mehr als drei Jahrzehnte Bandgeschichte und verband deutsche und englische Songs ohne große Reibung.

Punkrock funktioniert über Generationen

Die DONOTS haben längst genug Material, um mehrere Fan-Generationen gleichzeitig mitzunehmen.

„Stop the Clocks“„Solid Gold“„Kaputt“ und „So Long“ standen stellvertretend für diese Spannweite. Alte Fans bekamen ihre Klassiker, jüngere Besucher die Songs, mit denen sie selbst zur Band gefunden hatten.

Genau darin liegt eine der Stärken dieser Band.

Punkrock ist hier keine Altersfrage. Es geht eher darum, wie viel Haltung und Energie auf der Bühne ankommt.

„Augen sehen“ sorgt kurz für Ruhe

Zwischen all dem Krach gab es auch leisere Momente.

Bei „Augen sehen“ wurde es für kurze Zeit ruhiger und emotionaler. Dieser Kontrast tat der Show gut, weil er zeigte, dass die DONOTS längst mehr können als nur Tempo.

Danach wurde wieder aufgedreht.

Regen? Egal.

Im Laufe des Abends setzte Regen ein. Normalerweise könnte das ein Open-Air-Konzert bremsen.

Tat es aber nicht.

Die Menschen rückten näher zusammen, vor der Bühne wurde weitergesprungen und gesungen. Der Regen wurde irgendwann eher Teil der Show als Störfaktor.

Nass war am Ende sowieso fast jeder.

H-BLOCKX und DONOTS gemeinsam auf der Bühne

Der Höhepunkt kam in der Zugabe.

Bei „Fight for Your Right“ standen H-BLOCKX und DONOTS gemeinsam auf der Bühne. Der Beastie-Boys-Klassiker wurde zum passenden Schulterschluss zweier Bands, die musikalisch unterschiedlich klingen, aber über viele Jahre denselben Weg kreuzten.

Das Publikum hatte längst übernommen.

Danach folgten „Eine letzte letzte Runde“„We’re Not Gonna Take It“ und schließlich „So Long“.

Noch einmal alles raus.

Drei Bands, ein gemeinsamer Nenner

Was diesen Abend stark machte, war nicht nur das Line-up.

Blackout ProblemsH-BLOCKX und DONOTS stehen für unterschiedliche Phasen und Spielarten moderner Rockmusik. Trotzdem passten sie erstaunlich gut zusammen.

Alle drei Bands leben von Energie, Nähe und einer Bühnenpräsenz, die nicht auf Hochglanz gebügelt wirkt.

Der Schiffenberg war dafür die richtige Kulisse.

Text & Foto © by Jan Heesch

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