an Hooper mit Mighty Oaks beim Festivalauftakt am 25. August 2021 in Mannheim.

Mighty Oaks in Mannheim: Folkrock zum Festivalauftakt

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Mighty Oaks in Mannheim eröffneten am 25. August 2021 das 5. Zeltfestival Rhein-Neckar. Im MVV-Reitstadion auf dem Maimarktgelände startete die Konzertreihe unter besonderen Bedingungen in ihre fünfte Ausgabe. Bevor das international besetzte Folkrock-Trio auf die Bühne kam, gehörte der erste Teil des Abends der Sängerin RIIVA.

Ein Palastzelt gab es diesmal nicht. Wegen der Corona-Pandemie war das Festival 2021 erstmals ins benachbarte Reitstadion ausgewichen und als komplett bestuhltes Open-Air konzipiert worden. Bis zu 2.000 Plätze waren abhängig von der jeweils geltenden Verordnung vorgesehen. Ein ungewöhnlicher Rahmen, aber endlich wieder Live-Musik vor Publikum.

RIIVA eröffnet den Abend im MVV-Reitstadion

Den Auftakt übernahm RIIVA. Die deutsch-amerikanische Sängerin und Songwriterin hatte 2020 ihr Studium an der Popakademie Baden-Württemberg abgeschlossen und damit einen direkten Bezug zu Mannheim. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre musikalischen Einflüsse reichen von R&B und Soul bis zu Rock und Pop.

Für einen Festivalabend in Mannheim war sie damit eine ziemlich passende Wahl. Keine beliebige Vorband, sondern eine Musikerin, deren künstlerischer Weg eng mit der Stadt verbunden ist.

RIIVA nutzte den frühen Slot, um ihr eigenes Profil zu zeigen. Ihre Stimme stand im Mittelpunkt, dazu moderner Pop mit Ecken und einem deutlich internationalen Einschlag. Noch füllte sich der Abend langsam. Doch das Publikum war angekommen und die große Bühne bereit für den Hauptact.

Dass RIIVA tatsächlich zum Line-up dieses ersten Konzertabends gehörte, dokumentiert auch das offizielle Archiv des Zeltfestivals. Dort findet sich die Sängerin gemeinsam mit Mighty Oaks in der Rückschau auf die fünfte Ausgabe.

Mighty Oaks bringen ihren Folkrock zurück nach Mannheim

Dann kamen Mighty Oaks. Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst einen festen Platz in der deutschen Indie- und Folkrock-Szene erspielt. Dabei stammen die drei Musiker aus den USA, Italien und Großbritannien. Ihre gemeinsame musikalische Heimat fanden sie in Berlin.

Der Sound der Mighty Oaks lebt von einer Mischung, die auf dem Papier fast unspektakulär klingt: akustische Gitarren, mehrstimmiger Gesang, Melodien mit Folk-Wurzeln. Live bekommt das deutlich mehr Kraft.

Gerade Ian Hoopers markante Stimme trägt diese Songs. Mal rau, dann wieder zurückgenommen. Und sobald die Stimmen der drei Musiker zusammenfinden, entsteht jener warme Klang, der Mighty Oaks seit ihrem Durchbruch begleitet.

Songs wie „Brother“ und „Just One Day“ hatten die Band schon Jahre zuvor einem größeren Publikum bekannt gemacht. „Brother“ gehört bis heute zu ihren meistgespielten Live-Titeln.

In Mannheim ging es aber nicht allein um die Vergangenheit.

Mit „Mexico“ im Gepäck nach Mannheim

Wenige Monate vor dem Auftritt hatten Mighty Oaks ihr viertes Studioalbum „Mexico“ veröffentlicht. Die Platte erschien am 7. Mai 2021 und folgte nur gut ein Jahr auf „All Things Go“. Zwölf Songs, knapp 40 Minuten Musik und eine Band, die während der Pandemie plötzlich jene Zeit zum Schreiben hatte, die während normaler Tourjahre oft fehlt.

„Mexico“ wirkt deshalb konzentrierter als manches frühere Album. Helle Momente stehen neben deutlich nachdenklicheren Passagen. Hoffnung kippt in Unsicherheit, dann öffnet sich wieder eine Melodie. Genau diese Gegensätze passen zu Mighty Oaks.

Der Titelsong war im März 2021 als erstes neues Stück erschienen. Weitere Singles wie „Devil and the Deep Blue Sea“ und „Ghost“ folgten vor der Veröffentlichung des Albums.

Eine vollständig verlässliche Setlist des Mannheimer Abends ist öffentlich nicht dokumentiert. Deshalb wäre es falsch, Titel aus unmittelbar vorherigen Konzerten einfach nach Mannheim zu übertragen. Klar ist aber: Das neue Album bestimmte diese Tourphase und gab der Band reichlich frisches Material neben ihren bekannten Songs.

Ein besonderer Start für das 5. Zeltfestival Rhein-Neckar

Der Auftritt der Mighty Oaks war gleichzeitig der Startschuss für mehrere Wochen Live-Musik in Mannheim. Nach ihnen standen beim 5. Zeltfestival Rhein-Neckar unter anderem Von Wegen Lisbeth, Alvaro Soler, Antilopen Gang, Olli Schulz, Wincent Weiss, Gentleman, Tocotronic und Max Giesinger auf dem Programm.

2021 sah das Festival allerdings völlig anders aus als gewohnt. Keine Enge im Palastzelt, kein dichtes Gedränge vor der Bühne. Tribüne und bestuhlter Innenraum des MVV-Reitstadions bestimmten das Bild.

Das nahm dem Konzert zunächst etwas von der üblichen Festivalhektik. Dafür rückte die Musik stärker nach vorne. Mighty Oaks sind ohnehin keine Band, die Feuerfontänen oder permanente Effekte benötigt. Ihre Songs brauchen Platz.

Und genau den bekamen sie an diesem Abend.

Zwischen leisen Folk-Passagen und kräftigeren Momenten entwickelte sich jener warme Mighty-Oaks-Sound, der auch in einem bestuhlten Reitstadion funktionierte. Nach einer langen Phase ohne normale Konzertabende fühlte sich selbst das Ungewöhnliche plötzlich ziemlich richtig an.

Das 5. Zeltfestival Rhein-Neckar war eröffnet.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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