K-Pop-Stars und Fans beim Finger Heart Festival 2019 mit MONSTA X, KARD, COSMIC GIRLS und Jeong Sewoon in der SAP Arena Mannheim

Finger Heart Festival 2019: K-Pop erobert die SAP Arena Mannheim

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Kreischende Fans, leuchtende Lightsticks und koreanische Popstars mitten in Mannheim. Am 28. September 2019feierte das Finger Heart Festival seine Premiere in der SAP Arena und zeigte ziemlich eindrucksvoll, wie groß die K-Pop-Szene in Deutschland inzwischen geworden war. Rund 6.000 Besucher kamen offiziell in die Arena.

Auf der Bühne standen mit Jeong Sewoon, KARD, COSMIC GIRLS und MONSTA X vier Acts aus Südkorea. Für manche Fans bedeutete dieser Samstag allerdings deutlich mehr als ein paar Stunden Konzert.

Der Tag begann schon am Vormittag.

Korea-Festival vor der SAP Arena

Bereits ab 10 Uhr drehte sich auf dem Außengelände der SAP Arena Mannheim alles um Südkorea. Das kostenlose Kulturprogramm gehörte ausdrücklich zum Konzept des Finger Heart Festivals und sollte neben der Musik auch koreanische Kultur und Tourismus nach Mannheim bringen.

Streetfood, touristische Informationsstände, traditionelle Kleidung zum Anprobieren, Bastelangebote, K-Pop-Make-up-Shows und Dance Classes gehörten zum Programm. DJs spielten K-Pop und EDM. Erst am späten Nachmittag verlagerte sich das Geschehen langsam in die Arena, wo ab 18 Uhr die Konzerte beginnen sollten.

Das Finger Heart Festival war damit mehr als eine klassische Konzertveranstaltung. Popkultur und koreanische Kultur gehörten hier bewusst zusammen.

Und die Fans nahmen das Angebot an.

Lightsticks, Fan-Shirts und ziemlich viel Vorfreude

Schon vor der Arena zeigte sich, wie organisiert und international die K-Pop-Fanwelt bereits 2019 war. Anhänger von MONSTA X, COSMIC GIRLS und KARD standen mit den jeweiligen Lightsticks, selbst gestalteten Schildern und Bandshirts vor den Eingängen.

Manche waren weit gereist.

Vor allem junge Fans bestimmten das Bild. Und viele kannten selbstverständlich auch die koreanischen Texte.

Das ist bei K-Pop ein spannender Punkt: Die Sprache scheint innerhalb dieser Szene kaum eine Grenze darzustellen. Musikvideos, Choreografien, Social Media und eine extrem aktive internationale Community schaffen eine direkte Verbindung zwischen Künstlern und Publikum.

Mannheim bekam davon einen ziemlich guten Eindruck.

Jeong Sewoon eröffnet den K-Pop-Abend

Mit Jeong Sewoon begann das eigentliche Konzertprogramm. Der südkoreanische Solokünstler hatte sich unter anderem durch seine Teilnahme an „K-Pop Star“ und „Produce 101“ einen Namen gemacht und 2017 sein Solodebüt veröffentlicht.

Gitarre statt maximaler Tanzchoreografie.

Damit setzte Sewoon zunächst einen ruhigeren Kontrast zu dem, was später folgen sollte. Viel half das gegen die Lautstärke im Publikum allerdings nicht. Ein Winken oder ein paar Worte in Richtung Fans reichten bereits, um die ersten Kreischkonzerte auszulösen.

Das K-Pop-Fieber hatte Mannheim erwischt.

KARD bringen Bewegung in die SAP Arena

Mit KARD änderte sich anschließend die Gangart deutlich.

Die Gruppe fällt bis heute durch ihre ungewöhnliche Besetzung auf: Zwei Frauen und zwei Männer bilden gemeinsam die Formation. In einer K-Pop-Welt, die stark von klassischen Boy- und Girlgroups geprägt wird, ist das keine Selbstverständlichkeit.

Live funktionierte diese Mischung hervorragend.

Elektronische Beats, Hip-Hop, Pop und Latin-Einflüsse trafen auf präzise Choreografien. Besonders „Bomb Bomb“und das damals frisch veröffentlichte „Dumb Litty“ passten perfekt zu einer Arena, deren Publikum längst nicht mehr ruhig auf seinen Plätzen bleiben wollte.

Überall bewegten sich Lightsticks.

COSMIC GIRLS feiern ihre Deutschlandpremiere

Danach gehörte die Bühne den COSMIC GIRLS, international auch als WJSN bekannt.

Für die Girlgroup war Mannheim ein besonderer Termin, denn das Finger Heart Festival bedeutete ihren ersten Konzertauftritt in Deutschland.

Musikalisch und optisch setzte die Gruppe einen anderen Akzent. Synthiepop, elektronische Elemente, abgestimmte Choreografien und das farbenreiche Konzept der Formation sorgten für einen verspielteren Auftritt.

Gerade diese Unterschiede machten das Line-up interessant.

Statt vier möglichst ähnliche Acts hintereinanderzustellen, zeigte das Festival verschiedene Seiten des K-Pop. Vom Singer-Songwriter Jeong Sewoon über die gemischte Formation KARD bis zum großen Girlgroup-Konzept von WJSN bekam das Mannheimer Publikum eine breite Auswahl geboten.

Aber auf einen Namen warteten besonders viele.

MONSTA X bringen Mannheim zum Beben

Als MONSTA X schließlich die Bühne betraten, legte die Lautstärke noch einmal ordentlich zu.

Für einen großen Teil der Besucher waren Shownu, Wonho, Minhyuk, Kihyun, Hyungwon, Jooheon und I.M der Hauptgrund für die Reise nach Mannheim. Seit ihrem Debüt 2015 hatte sich die Gruppe eine internationale Fangemeinde aufgebaut und war bereits auf mehreren Welttourneen unterwegs gewesen.

Jetzt gab es kaum noch Zurückhaltung.

Bei Songs wie „Shoot Out“„Dramarama“ und „Alligator“ trafen druckvolle elektronische Sounds auf Hip-Hop, Pop und millimetergenau abgestimmte Choreografien. Vor der Bühne gingen die Lightsticks hoch, auf den Rängen wurde mitgesungen und selbst koreanische Textpassagen kamen erstaunlich textsicher zurück.

Das war laut.

Sehr laut.

MONSTA X zeigten damit ziemlich eindrucksvoll, weshalb K-Pop-Shows einen solchen Sog auf ihre Fans entwickeln. Musik, Tanz, Styling und die Interaktion mit dem Publikum werden hier nicht getrennt betrachtet. Alles gehört zur Show.

6.000 Fans setzen ein deutliches Zeichen für K-Pop

Das Finger Heart Festival in Mannheim zeigte 2019 etwas, das außerhalb der eigentlichen Fan-Community teilweise noch unterschätzt wurde: K-Pop war in Deutschland längst kein winziges Nischenphänomen mehr.

Rund 6.000 Besucher in der SAP Arena waren dafür ein ziemlich klares Signal.

Noch bemerkenswerter war die Leidenschaft der Fans. Hier wurde nicht einfach ein Ticket gekauft und ein Konzert besucht. Fangruppen hatten eigene Farben und Lightsticks, Choreografien waren bekannt, koreanische Texte wurden mitgesungen und teilweise nahmen Besucher weite Reisen auf sich, um ihre Lieblingskünstler für wenige Stunden live zu erleben.

Das berühmte Finger Heart, bei dem Daumen und Zeigefinger ein kleines Herz bilden, war dafür ein ziemlich passender Namensgeber.

Für einen Tag lag Seoul gefühlt ein ganzes Stück näher an Mannheim.

Text & Foto © by Boris Korpak | bokopictures

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