Michael Patrick Kelly steht mit seiner Gitarre live auf der Bühne im Amphitheater Hanau vor begeistertem Publikum.

Michael Patrick Kelly im Amphitheater Hanau: Ein emotionaler Triumph unter freiem Himmel

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Es gibt Künstler, deren Lebensgeschichte sich liest wie ein filmisches Drehbuch voller krasser Gegensätze. Michael Patrick Kelly hat sie alle durchlebt: vom weltberühmten Teenie-Idol in einer musikalischen Großfamilie über das radikale, sechsjährige Kapitel als Mönch in der absoluten Stille eines Klosters bis hin zur triumphalen Rückkehr auf die großen Bühnen. Wenn dieser Ausnahmemusiker heute eine historische Spielstätte wie das Amphitheater in Hanau betritt, ist das kein gewöhnliches Konzert. Es ist eine emotionale, musikalische Wiedergeburt – getragen von einer schier grenzenlosen Spielfreude.

Vom Teenie-Schwarm zum gereiften Songwriter

Spätestens seit seinem gefeierten Auftritt in der bisher quotenstärksten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ – bei dem er Kolleginnen und Kollegen wie Lena, Stefanie Kloß oder Gentleman mit seiner Single „Golden Age“ regelrecht vom Hocker riss – kennt man die Dimensionen seines aktuellen Erfolgs. Die Hallen und Open-Air-Arenen im ganzen Land sind seither fast lückenlos ausverkauft.

In Hanau wurde schnell klar, warum das so ist. Mit im Gepäck hatte er sein starkes, vielfach beachtetes Album „iD“ (Identität). Der Titel ist dabei Programm: Es ist ein musikalisches Kaleidoskop, das alle Facetten seiner außergewöhnlichen Biografie und seines ungeheuren stilistischen Repertoires widerspiegelt.

Musikalische DNA: Zwischen rauem Rock, Folk und Soul

Live entfalten die Songs von „iD“ noch einmal eine ganz eigene, packende Wucht. Kelly bricht musikalisch mühelos alle Genre-Grenzen auf. Da spürt man den irischen Folk, den er einst mit der Muttermilch aufsog, ebenso wie seine unverkennbare Jugendliebe zu Grunge und alternativem Rock. Man hört die schöpferische Handschrift seiner ewigen Vorbilder wie U2, Bob Dylan und Bruce Springsteen, gepaart mit den warmen Soul-Elementen der 60er und 70er Jahre und modernen Indie-Einflüssen im Stile von Bon Iver.

Im historischen, malerischen Ambiente des Hanauer Amphitheaters verschmolzen all diese Einflüsse zu einem homogenen, hautnahen Live-Erlebnis. Kelly suchte permanent die Nähe zu den Zuschauern, moderierte charmant, reflektiert und mit der nötigen Prise Selbstironie durch den Abend. Das Publikum ließ sich von dieser emotionalen Achterbahnfahrt bereitwillig mitreißen: Es wurde getanzt, laut mitgesungen und bei den leisen, tiefgründigen Momenten so andächtig gelauscht, dass man eine Nadel hätte fallen hören können.

Nach einem zweieinhalbstündigen, schweißtreibenden Konzert verließ ein sichtlich bewegter Michael Patrick Kelly unter minutenlangen, stehenden Ovationen die Bühne. Ein Abend, der bewies, dass echte musikalische Identität das Ergebnis eines langen, ereignisreichen Weges ist – und in Hanau live ganz groß aufgespielt wurde.

Foto © by Boris Korpak

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