TKKG Live-Hörspiel mit den Sprechern im Rosengarten Mannheim

TKKG live in Mannheim: Ein Fall für vier vertraute Stimmen

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Am 20. November 2019 wurde im Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens nicht gesungen, getanzt oder groß aufgefahren. Es wurde gesprochen. Und das reichte völlig. Zum 40. Geburtstag von TKKG gingen die Sprecher der vier Detektive erstmals mit einem eigenen Live-Hörspiel auf Deutschlandtour und machten auch in Mannheim Station. Auf dem Programm stand ein bis dahin unveröffentlichter Fall: „Das unheimliche Dorf“.

TKKG live in Mannheim funktionierte dabei gerade deshalb so gut, weil die Inszenierung das Hörspiel nicht hinter Theaterkulissen versteckte. Mikrofone, Stimmen, Geräusche. Mehr braucht die Fantasie manchmal nicht.

TKKG im Rosengarten: Plötzlich bekommen die Stimmen Gesichter

Wer mit TKKG auf Kassette oder CD aufgewachsen ist, kennt dieses seltsame Phänomen: Man weiß ganz genau, wie Tim, Karl, Klößchen und Gaby klingen. Aber die Menschen hinter diesen Stimmen? Die bleiben normalerweise irgendwo im Tonstudio.

In Mannheim saßen sie plötzlich direkt vor dem Publikum. Sascha Draeger als Tim, Tobias Diakow als Karl, Manou Lubowski als Klößchen und Rhea Harder-Vennewald als Gaby bildeten die damalige Stammbesetzung der Hörspielserie. Genau diese unmittelbare Begegnung machte den Reiz der Tour aus. Eine Stimme, die man vielleicht seit der Kindheit kennt, bekommt auf einmal Gestik und Mimik.

Eigentlich passiert bei einem Live-Hörspiel optisch erstaunlich wenig. Und genau darin liegt der Charme.

Ein Satz fällt. Eine Tür ist zu hören. Schritte. Ein Geräusch an der falschen Stelle. Schon baut sich im Kopf eine komplette Szene zusammen. Wer Hörspiele liebt, kennt diesen Mechanismus. Im Rosengarten konnte man nun gleichzeitig beobachten, wie diese Welt überhaupt entsteht.

„Das unheimliche Dorf“ wird zum neuen Fall für TKKG

Natürlich brauchte es auch einen Fall. Und der begann ziemlich klassisch.

Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind mit dem Fahrrad unterwegs, als sie an einem See den bewusstlos im Wasser treibenden Arne Aalreiter entdecken und retten. Ein Unfall? So einfach ist es bei TKKG selbstverständlich nie. Im angrenzenden Dorf stoßen die vier Freunde auf Bewohner, die offenbar alle ihre eigenen Gründe haben, nicht besonders gut auf Aalreiter zu sprechen. Aus der Rettungsaktion entwickelt sich Stück für Stück ein Kriminalfall.

Mehr sollte man an dieser Stelle auch nicht verraten.

„Das unheimliche Dorf“ wurde eigens für die Jubiläumstour geschrieben und später als reguläre Hörspielfolge 213 veröffentlicht. Der Autor war Martin Hofstetter, der bereits zahlreiche Fälle für die Serie verfasst hatte.

Dabei blieb der Fall angenehm nah an dem, was TKKG seit Jahrzehnten ausmacht. Tim will handeln. Karl denkt. Gaby hält dagegen. Und Klößchen? Der bekommt natürlich wieder zuverlässig die Momente, bei denen es etwas weniger kriminalistisch zugeht. Gerade Manou Lubowski weiß sehr genau, wann er eine Pointe einen Tick länger stehen lassen muss.

40 Jahre TKKG zwischen Kinderzimmer und Mozartsaal

1979 startete die Serie. Vier Jahrzehnte später kamen die Figuren im Rosengarten an. Schon diese Zeitspanne erklärt, weshalb TKKG im Mannheim Rosengarten kein gewöhnliches Kinderprogramm war.

Zum Zeitpunkt der Tour waren mehr als 15 Millionen TKKG-Bücher und 35 Millionen Tonträger verkauft worden. Über 200 Fälle lagen bereits hinter der Bande.

Die nackten Zahlen erzählen aber nur einen Teil der Geschichte. TKKG gehört zu diesen Serien, die bei vielen irgendwann zwischen Kinderzimmer, Autofahrt und Einschlafen hängen geblieben sind. Man erkennt ein paar Takte, hört eine bekannte Stimme und ist ziemlich schnell wieder drin.

Das merkt man gerade bei einem Live-Hörspiel. Plötzlich hört man genauer hin. Wie verändert ein Sprecher seine Stimme? Wann setzt ein Geräusch ein? Wie entsteht Spannung, obwohl keine Verfolgungsjagd über eine Leinwand läuft?

Kein Bildschirm hilft nach.

Ein Live-Hörspiel darf auch einfach ein Hörspiel bleiben

Die größte Stärke des Abends war deshalb ausgerechnet, dass niemand versuchte, aus TKKG plötzlich ein Musical oder eine überladene Bühnenshow zu machen. Veranstalter Semmel Concerts und Hörspiellabel EUROPA brachten das bekannte Prinzip auf die Bühne und ließen dem wichtigsten Effekt genügend Platz: dem Kopf des Zuhörers. Die Tour umfasste 2019 insgesamt 18 angekündigte Termine; Mannheim war die vierte Station, einen Abend später ging es nach Nürnberg und danach nach Frankfurt.

Und irgendwann ertappt man sich dabei, gar nicht mehr so genau auf die Bühne zu schauen.

Man hört.

Vielleicht ist das bei TKKG ohnehin die beste Art.

Text & Foto © Boris Korpak | bokopictures
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