
Academics drehen 18-Punkte-Rückstand in Tübingen
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Was für ein Auftakt. Die MLP Academics Heidelberg haben zum Start in die neue ProA-Saison bei den Tigers Tübingen mit 83:75 gewonnen und dabei eine Partie gedreht, die zur Halbzeit beinahe schon verloren schien. Nach 20 Minuten lagen die Heidelberger mit 32:50 zurück. Danach zeigte die Mannschaft von Carlo Finetti ein völlig anderes Gesicht, erlaubte Tübingen in der gesamten zweiten Hälfte nur noch 25 Punkte und machte aus einem 18-Punkte-Rückstand noch einen Auswärtssieg. Vor 1.982 Zuschauern in der Paul Horn-Arena wurde Chuck Harris mit 20 Punkten zum Topscorer der Partie.
Für Heidelberg war es nach dem Abstieg aus der Bundesliga das erste Ligaspiel zurück in der ProA. Und dieser Start hätte zunächst kaum schlechter laufen können.
Tübingen überrollt Heidelberg in der Anfangsphase
Die Tigers waren vom ersten Angriff an da. Heidelberg vergab seine ersten beiden Versuche am Korb, Tübingen nutzte das sofort und setzte sich innerhalb von nicht einmal zwei Minuten mit 11:0 ab.
Carlo Finetti nahm bereits nach 51 Sekunden seine erste Auszeit. Gebremst wurde der Tübinger Lauf dadurch zunächst nicht. Die Gastgeber trafen ihre ersten vier Dreier und zwangen die Academics immer wieder zu Ballverlusten. Erst Frank Champion sorgte für die ersten Heidelberger Punkte.
Heidelberg fand danach etwas besser in die Partie und verkürzte den Rückstand bis zum Ende des ersten Viertels auf sechs Punkte.
23:17 für Tübingen.
Noch war alles im Rahmen.
Tigers ziehen bis zur Pause davon
Der zweite Abschnitt begann jedoch ähnlich wie der erste. Wieder traf Tübingen seine Würfe von außen, wieder bekam Heidelberg defensiv kaum Zugriff.
Drei erfolgreiche Dreier der Gastgeber innerhalb kurzer Zeit ließen den Abstand erneut wachsen. Besonders problematisch war aus Heidelberger Sicht das Reboundduell. Tübingen holte in der ersten Halbzeit zwölf Rebounds mehr, darunter neun am offensiven Brett. Heidelberg kam in den ersten 20 Minuten dagegen auf keinen einzigen Offensivrebound.
Die Konsequenz war deutlich.
Tübingen gewann das zweite Viertel mit 27:15 und ging mit einer 50:32-Führung in die Kabine.
18 Punkte Rückstand.
Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass Heidelberg die Paul Horn-Arena noch als Sieger verlassen würde.
Nach der Pause steht ein anderes Heidelberg auf dem Feld
Die Academics kamen mit deutlich mehr Energie aus der Kabine. Die Defensive arbeitete aggressiver, Tübingen bekam nicht mehr dieselben freien Wege zum Korb und auch beim Rebound war Heidelberg plötzlich wesentlich präsenter.
Die Aufholjagd nahm schnell Fahrt auf.
Die Academics eröffneten die zweite Halbzeit mit einem 16:5-Lauf. Besonders Joschka Ferner gab mit zwei Dreiern in Serie wichtige Impulse. Aus dem komfortablen Tübinger Vorsprung wurde Schritt für Schritt wieder ein Basketballspiel.
Heidelberg gewann das dritte Viertel mit 26:10.
Nach 30 Minuten stand es nur noch 60:58 für Tübingen.
Aus 18 Punkten Rückstand waren zwei geworden.
Muszynski bringt Heidelberg erstmals nach vorne
Im Schlussviertel dauerte es nicht lange, bis die Academics endgültig zurück waren.
Nick Muszynski stellte zunächst den Ausgleich her. Wenig später traf der Heidelberger Big Man erneut und brachte seine Mannschaft erstmals an diesem Abend in Führung.
Jetzt hatte sich das Momentum komplett gedreht.
Tübingen wirkte zunehmend verunsichert, während Heidelberg selbstbewusster wurde. Cantia Rahming sorgte mit einem Dunking gut acht Minuten vor Schluss für das 66:60 und zwang Tigers-Trainer Félix Bañobre zur Auszeit.
Doch auch diese Unterbrechung brachte Heidelberg nicht mehr aus dem Rhythmus.
Harris übernimmt in der Schlussphase
In den entscheidenden Minuten war immer wieder Chuck Harris zur Stelle. Der Guard erzielte insgesamt 20 Punkte, verteilte vier Assists und kam außerdem auf vier Steals.
Heidelberg traf insgesamt zehn seiner 21 Dreier und kam damit auf starke 48 Prozent von außen. Dazu gewannen die Academics nach der schwierigen ersten Hälfte das Reboundduell noch mit 35:33 und lagen auch bei den Assists mit 20:13 vorne.
In der 37. Minute hatte sich Heidelberg beim Stand von 80:69 sogar einen Elf-Punkte-Vorsprung erarbeitet.
Tübingen kam nicht mehr zurück.
Nach 40 Minuten stand der 83:75-Auswärtssieg fest.
Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten
Kaum ein Spiel hätte den Unterschied zwischen erster und zweiter Halbzeit deutlicher zeigen können.
Tübingen erzielte vor der Pause 50 Punkte, danach nur noch 25. Heidelberg wiederum steigerte sich von 32 auf 51 Punkte in der zweiten Hälfte.
Die Academics fanden nach der Pause defensiv bessere Lösungen, verbesserten ihre Arbeit am Brett und spielten offensiv wesentlich klarer. Gerade nach einer Vorbereitung mit mehreren Rückschlägen und einer deutlichen 66:94-Niederlage im letzten Testspiel in Kirchheim war diese Reaktion zum Saisonauftakt bemerkenswert.
Für Tübingen war Isaac Haney mit 19 Punkten bester Werfer. Aiden Warnholtz kam auf 15 Zähler und sechs Assists, Tim Smith erzielte elf Punkte.
Heidelberg startet dagegen mit einem Auswärtssieg in die Mission ProA.
Am Freitag, 2. Oktober 2026, folgt das erste Heimspiel der neuen Liga-Saison. Dann empfangen die MLP Academics die ETB Miners im SNP dome.
Spieldaten
Tigers Tübingen – MLP Academics Heidelberg 75:83 (50:32)
Viertel:
23:17
27:15
10:26
15:25
Topscorer MLP Academics Heidelberg:
Chuck Harris – 20 Punkte, 4 Assists, 4 Steals
Beste Werfer Tigers Tübingen:
Isaac Haney – 19 Punkte
Aiden Warnholtz – 15 Punkte, 6 Assists
Tim Smith – 11 Punkte
Zuschauer:
1.982
Spielort:
Paul Horn-Arena, Tübingen
Foto © by Woern/PIX-Sportfotos














