Die Berliner Rock-Band BRENNER bei ihrem Konzert 2019 auf der Bühne der Batschkapp Frankfurt

BRENNER in Frankfurt: Deutsch-Rock mit Benzin im Blut

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Fünf gestandene Musiker, deutsche Texte und Rockmusik, die lieber nach Straße als nach Hochglanzstudio klingt. BRENNER machten 2019 auf ihrer ersten großen eigenen Tour Station in der Batschkapp Frankfurt und brachten ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf die Bühne. Dabei wurde schnell klar: Diese Band wollte sich nicht vorsichtig vorstellen.

Hier wurde direkt losgerockt.

Musikalisch traf kräftiger Deutsch-Rock auf amerikanisch gefärbten Southern Rock. Gitarren nach vorne, eingängige Refrains und Texte über Freiheit, Freundschaft und das Leben. BRENNER wirkten dabei weniger wie klassische Newcomer als wie Musiker, die ziemlich genau wissen, was sie auf einer Bühne draufhaben.

BRENNER bringen ihr Debütalbum auf die Bühne

Das erste Album „Brenner“ war am 15. März 2019 erschienen und bildete das Fundament für die Tour. Produziert und gemischt wurde die Platte von Vincent Sorg, der bereits mit Bands wie Die Toten Hosen, Broilers, Donots und In Extremo gearbeitet hatte.

Diese Rock-Erfahrung hörte man dem Material an.

BRENNER setzten auf einen druckvollen Sound, ließen dabei aber genügend Platz für Melodien und Refrains. Keine komplizierten musikalischen Verrenkungen. Die Songs sollten zünden.

In der Batschkapp funktionierte das.

Deutsch-Rock trifft auf Southern-Rock-Rauheit

Der Sound der Berliner lässt sich nicht vollständig in die klassische Deutsch-Rock-Schublade packen. Dafür steckt zu viel Southern Rock darin.

Die Gitarren besitzen diese staubige, amerikanische Note, während die deutschen Texte sehr unmittelbar bleiben. BRENNER erzählen von Themen, die zu ihrem eigenen Leben passen. Maschinen, Freiheit, Lebenslust und Freundschaft gehören dazu.

Das wirkt glaubwürdiger, wenn fünf Musiker auf der Bühne stehen, die bereits einiges erlebt haben.

Sänger Martin Goldenbaum brachte es selbst auf den Punkt: Die Mitglieder seien nicht mehr die Jüngsten. Genau daraus ziehe die Band ihre Stärke. Verschiedene Erfahrungen und musikalische Einflüsse treffen zusammen, ohne dass jemand so tun muss, als hätte er gerade erst den Rock’n’Roll entdeckt.

Fünf erfahrene Musiker statt typischer Newcomer

Der Begriff Newcomer passte deshalb nur bedingt.

BRENNER waren zwar als Band noch jung, auf der Bühne standen jedoch keine Anfänger. Diese Erfahrung zeigte sich vor allem im Zusammenspiel. Statt nervös jeden Ablauf abzuhaken, wirkte die Formation eingespielt und angenehm schnörkellos.

Und genau davon lebt diese Musik.

BRENNER brauchen keinen künstlichen Härtegrad. Die Gitarren dürfen dreckig klingen, der Rhythmus muss schieben und ein Refrain sollte spätestens beim zweiten Durchgang hängen bleiben.

In Frankfurt kam noch die passende Clubatmosphäre dazu. Die Batschkapp ist für diese Art Rock ohnehin ein gutes Pflaster. Nah an der Bühne, wenig Distanz und genügend Raum, um den Verstärkern etwas mehr Arbeit zu geben.

Von Wacken bis zur eigenen Tour

2019 war für BRENNER ein Jahr mit ziemlich ordentlich Kilometerstand.

Neben der Veröffentlichung des Debütalbums standen große Open-Air-Termine und Festivals im Kalender. Unter anderem führte der Weg der Band zum Wacken Open Air, zu Werner – Das Rennen und zu den Harley Days.

Danach ging es auf die erste große eigene Tour.

Das Konzert in Frankfurt zeigte, warum sich BRENNER auf solchen Bühnen wohlfühlen. Ihre Musik lebt nicht davon, dass jeder Ton klinisch sauber sitzt. Sie braucht Bewegung, Lautstärke und ein Publikum direkt davor.

BRENNER funktionieren vor allem live

Auf Platte lässt sich der Sound konservieren. Seine eigentliche Wirkung entwickelt er aber auf der Bühne.

Dort wird aus den Gitarrenriffs plötzlich mehr Druck, die Refrains bekommen Unterstützung aus dem Publikum und die raue Mischung aus Deutsch-Rock und Southern Rock ergibt deutlich mehr Sinn.

BRENNER präsentierten sich in der Batschkapp deshalb nicht wie eine Band, die noch nach ihrer Richtung sucht.

Die Richtung war längst klar.

Verstärker aufdrehen. Gitarren nach vorne. Und los.

Text & Foto © Jan Heesch

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