
Hip-Hop-Legenden Cypress Hill feiern Oldschool-Party beim Zeltfestival Rhein-Neckar
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Fette Beats, dichter Rauch und jede Menge 90er-Nostalgie: Beim Zeltfestival Rhein-Neckar in Mannheimstanden mit Cypress Hill echte Schwergewichte des amerikanischen Hip-Hop auf der Bühne. B-Real und Sen Dogbrauchten dabei nicht lange, um das Zelt in eine große Oldschool-Party zu verwandeln. Unterstützt wurden die Kalifornier vom deutschen Rapper Gary Washington.
Gary Washington eröffnet den Abend in Mannheim
Bevor die Hip-Hop-Legenden aus Los Angeles loslegten, gehörte die Bühne zunächst Gary Washington. Der Rapper aus Wertheim übernahm den Support und hatte die Aufgabe, das Mannheimer Publikum auf Cypress Hill einzustimmen.
Keine ganz leichte Nummer. Schließlich warteten viele Besucher vor allem auf jene Songs, die sie seit den 90ern begleiten.
Doch Washington nutzte seine Spielzeit und brachte die Menge auf Temperatur. Danach war angerichtet für einen Abend, bei dem musikalisch ziemlich schnell klar wurde, wohin die Reise gehen sollte.
Cypress Hill bringen die 90er zurück
Als Cypress Hill schließlich die Bühne betraten, änderte sich die Atmosphäre schlagartig. B-Real und Sen Dog wurden lautstark empfangen, die ersten Beats drückten durch das Zelt und vor der Bühne setzte sich die Menge sofort in Bewegung.
Der Sound der Formation ist auch Jahrzehnte nach ihrer Gründung unverkennbar. B-Reals markante, hohe Stimme, Sen Dogs Gegenpart und die schweren Beats ergeben diesen speziellen Cypress-Hill-Sound, den man nach wenigen Sekunden erkennt.
Und genau darauf hatten die Fans gewartet.
Mit ihren Klassikern holten Cypress Hill die 90er zurück nach Mannheim. Besonders bei „Insane in the Brain“ gab es kein Halten mehr. Arme gingen hoch, die Fans sprangen und rappten die bekannten Zeilen mit. Plötzlich fühlte sich das Zeltfestival eher wie eine riesige Hip-Hop-Party aus einer anderen Zeit an.
Zwischen Klassikern und „Elephants on Acid“
Cypress Hill verließen sich an diesem Abend allerdings nicht ausschließlich auf ihre Vergangenheit. Die seit 1988 bestehende Formation hatte auch Material aus ihrem Album „Elephants on Acid“ im Gepäck.
Das funktionierte erstaunlich gut. Neue Nummern standen neben den alten Klassikern, ohne dass die Stimmung merklich abfiel. Natürlich wurden die bekannten Songs besonders laut gefeiert, doch auch bei den jüngeren Tracks blieb vor der Bühne Bewegung drin.
Cypress Hill müssen niemandem mehr beweisen, was sie draufhaben. Nach Jahrzehnten im Geschäft stehen B-Real und Sen Dog mit einer gewissen Gelassenheit auf der Bühne. Die wilden Anfangsjahre mögen ihre Spuren hinterlassen haben, doch sobald die Beats einsetzen, ist von Altersmüdigkeit wenig zu merken.
Rauchschwaden gehören bei Cypress Hill fast dazu
Und dann war da natürlich noch der Rauch.
Bei kaum einer anderen Hip-Hop-Gruppe gehört Cannabis derart offen zur eigenen Geschichte, den Texten und der öffentlichen Wahrnehmung wie bei Cypress Hill. Entsprechend lag während des Konzerts zeitweise ein ziemlich markanter Geruch über dem Publikum. Geraucht wurde jedenfalls reichlich.
Fast schon Teil der Kulisse.
Wichtiger war jedoch, was auf der Bühne passierte. Cypress Hill lieferten ihren Fans genau die Mischung aus Oldschool-Hip-Hop, schweren Beats und bekannten Klassikern, für die sie gekommen waren. Besonders die älteren Songs zeigten, wie wenig manche Hip-Hop-Tracks tatsächlich altern.
„Insane in the Brain“ bleibt eine Hip-Hop-Hymne
Dass eine Band beziehungsweise Hip-Hop-Formation nach so vielen Jahren noch immer generationsübergreifend funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit. Cypress Hill haben allerdings einen Katalog, der längst über die ursprüngliche Rap-Szene hinausreicht.
„Insane in the Brain“ ist dafür das beste Beispiel. Kaum liefen die ersten Takte, brauchte es keine Aufforderung mehr. Das Mannheimer Publikum übernahm.
So wurde aus dem Gastspiel beim Zeltfestival Rhein-Neckar eine ziemlich entspannte und gleichzeitig druckvolle Reise zurück in die Hochphase des 90er-Hip-Hop. Gary Washington hatte vorgelegt, Cypress Hill übernahmen und ließen anschließend die Beats sprechen.
Oldschool? Ja. Alt klang das trotzdem nicht.
Text & Fotos © by Boris Korpak | bokopictures













