
GG SOPRANO ZÜNDET DIE „OUVERTÜRE“: OPER TRIFFT AUF RAP
Beitrag teilen
Mit „Ouvertüre“ öffnet GG Soprano am 14. August 2026 die Tür zu ihrem Debütalbum „Opera is Alive“, das für den 15. Januar 2027 angekündigt ist. Die sechsminütige Single funktioniert als Prolog eines dreiteiligen Gesamtkunstwerks. Ein 16-köpfiger Chor, klassischer Sopran, Rap und Pop erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven von Zweifel, Verlust, Selbstbehauptung und künstlerischer Identität.
GG Soprano kommt aus München, erhielt eine klassische Gesangsausbildung und sammelte frühe Bühnenerfahrung im Kinderchor der Bayerischen Staatsoper. Heute verbindet sie Musik, Mode, Bildsprache und Dramaturgie zu einer eigenen Erzählform. Im Interview sprechen wir über die Architektur ihres Debütalbums, das Schreiben zwischen Rollen und Klangwelten sowie die Frage, wie aus einer musikalischen Grenzgängerin eine eigenständige künstlerische Position wurde.
„Ouvertüre“ dauert rund sechs Minuten und widersetzt sich damit dem gegenwärtigen Trend zu möglichst kurzen Singles. Warum musste der Auftakt von „Opera is Alive“ genau diesen Raum bekommen, und welche Wirkung wäre in drei Minuten verloren gegangen?
„Ouvertüre“ musste für mich sechs Minuten lang sein. Wenn man an eine Oper denkt, gibt es das Vorspiel beziehungsweise die Ouvertüre und anschließend drei Akte – das ist eine völlig andere zeitliche Dimension. Ich denke aus dieser Haltung heraus gar nicht in einem möglichst kurzen Zeitfenster.
Gleichzeitig ist es sehr komplex, die eigene Persönlichkeit abzubilden, wenn man wirklich versucht, unterschiedliche Seiten von sich zuzulassen und nebeneinanderstehen zu lassen. Das war für mich musikalisch und textlich der Raum, den dieses Stück gebraucht hat.
Wir leben gerade in einer Zeit, in der Songs möglichst schnell funktionieren sollen: Nach wenigen Sekunden soll ein Refrain kommen, idealerweise bleibt ein Track unter drei Minuten und alles muss möglichst unmittelbar verständlich und verwertbar sein. Ich frage mich dabei manchmal, was das für eine Form von Aufmerksamkeit und Wertschätzung gegenüber Musik ist.
Für Dinge, die man liebt, sollte man sich Zeit nehmen. Ich glaube, dass Innovation, Liebe zum Detail und echte künstlerische Entwicklung genau dort entstehen, wo man sich diese Zeit nimmt. Bei „Ouvertüre“ wollte ich deshalb nicht möglichst schnell zum nächsten Punkt kommen, sondern dem Stück den Raum geben, den es braucht, um vollständig zu sein.
Du bezeichnest „Ouvertüre“ nicht als klassische Single, sondern als Prolog eines Gesamtkunstwerks. Welche Informationen über Handlung, Figur und Konflikt müssen die Hörerinnen und Hörer bereits nach diesem ersten Stück verstanden haben?
In „Ouvertüre“ hört man GG Soprano in verschiedenen Genres, Stimmen und Zuständen. Der klassische Gesang steht dabei für eine Art Essenz, für das weiche und verletzliche Innere. Der Rap wird zum Raum für Statements, Abgrenzung und die klare Formulierung dessen, was ich nicht will. So werden unterschiedliche musikalische Werkzeuge zu verschiedenen Ausdrucksformen derselben Persönlichkeit.
Darin liegt auch ein zentraler Konflikt des Albums: der Umgang mit diesen unterschiedlichen Seiten und gleichzeitig die Frage, wie man damit im Außen angenommen und verstanden wird. Ich falle in verschiedenen Szenen immer ein Stück weit heraus. Im Deutschrap bin ich ungewöhnlich, weil ich Oper mache, in der Oper bin ich ungewöhnlich, weil ich Deutschrap mache, und im Pop war meine Position lange überhaupt nicht eindeutig definiert. Erst mit diesem Album wird auch Pop zu einem bewussten Bestandteil meiner Sprache.
„Ouvertüre“ macht diese inneren und teilweise unbewussten Schichtungen hör- und sichtbar. Gleichzeitig zeigt der Prolog bereits die Vision dessen, wohin sich die Figur entwickeln wird. GG
Soprano schreibt darin gewissermaßen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig auf. Besonders in dem vierteiligen Kaleidoskop-Teil werden unterschiedliche Bewusstseinsschichten miteinander verbunden – auch philosophische Gedanken und die Frage, wie sich die eigene Welt überhaupt zusammensetzt.
Chor, Sopran, Rap und Refrain übernehmen unterschiedliche erzählerische Funktionen. Wie hast du diese vier musikalischen Ebenen dramaturgisch geordnet, damit sie nicht nur nebeneinanderstehen, sondern dieselbe Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln vorantreiben?
Der Chor übernimmt in „Ouvertüre“ eine ähnliche Funktion wie im antiken Theater: Er kommentiert das Geschehen aus einer übergeordneten Perspektive und kennt den größeren Bogen, der sich durch das Stück und letztlich durch das gesamte Album zieht. Er steht damit gewissermaßen außerhalb der unmittelbaren Handlung und gibt ihr einen existenziellen Rahmen.
Der Sopran zeigt dagegen die allerinnerste Stimme – einen Teil von mir, der nichts beweisen muss und nicht nach außen argumentiert. Der Rap ist viel direkter: Er setzt Statements, grenzt sich ab und teilt auch bewusst aus. Diese Ebene darf klar, unbequem und kompromisslos sein.
Der Refrain führt diese verschiedenen Ebenen wieder zusammen. „Ich bin ich“ ist dabei die zentrale Aussage: Ich muss mich nicht mehr in einzelne Teile zerlegen oder mich danach richten, was andere von mir erwarten. Es geht darum, aus dem, was zerbrochen oder widersprüchlich erscheint, wieder etwas Ganzes entstehen zu lassen und daraus Stärke zu entwickeln.
Dabei denke ich auch an C. G. Jungs Gedanken, dass es wichtiger sein kann, ganz als gut zu sein. Das bedeutet für mich nicht, rücksichtslos zu werden. Viele Menschen unterdrücken sich aus Höflichkeit oder aus dem Bedürfnis heraus, Erwartungen zu erfüllen, so lange selbst, bis sie irgendwann mehr dem entsprechen, was sie glauben sein zu müssen, als dem, was sie tatsächlich sind. „Ouvertüre“ setzt genau diesem Prozess etwas entgegen: die verschiedenen Seiten nicht länger gegeneinander auszuspielen, sondern sie als Teil einer ganzen Persönlichkeit anzunehmen.
„Opera is Alive“ ist als dreiteiliges Album über Identität, Transformation und Gemeinschaft angelegt. Nach welchen Regeln hast du die drei Akte strukturiert, und wie verändert sich die Figur GG Soprano vom ersten bis zum letzten Teil?
Die drei Akte sind vor allem thematisch strukturiert, aber auch visuell bekommt jeder Akt seine eigene Welt. Jeder hat eine eigene Ästhetik, ein eigenes Styling und eigene Outfits, die ich selbst entwickle und entwerfe. Auch die visuelle Regie und die Inszenierung sind Teil meiner Arbeit. Dadurch wird die Entwicklung der Figur nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich und visuell nachvollziehbar.
Die drei Akte erzählen im Grunde die Geschichte von GG Soprano. Der erste Akt zeigt den Tiefpunkt: Verluste, innere Verletzungen, Einsamkeit und das Gefühl, sich selbst und auch inmitten anderer
Menschen nicht wirklich zugehörig zu fühlen. Man empfindet sich als anders und hat gleichzeitig das Gefühl, dass genau dieses Anderssein von außen sichtbar ist.
Im zweiten Akt beginnt das Aufbrechen und Ausbrechen. Es geht darum, Grenzen auszuloten, aber auch Grenzen im toxischen Sinne zu überschreiten. Die Figur probiert aus, wie weit sie gehen kann, verliert dabei teilweise die Orientierung und beginnt, sich selbst zu zerstören. Erst indem sie diese Erfahrungen durchlebt, kann eine Veränderung entstehen.
Im dritten Akt kommt sie in einer Gemeinschaft an und erkennt: Ich bin nicht allein, nur weil ich anders bin. Gerade wenn ich bei mir bleibe, kann ich die Menschen und Räume finden, zu denen ich wirklich gehöre. Dadurch wird auch das, was vorher als Verletzung, Widerspruch oder Anderssein erlebt wurde, zu etwas, das man ausdrücken und in etwas Eigenes verwandeln kann.
Diese Entwicklung ist für mich gleichzeitig die größere Botschaft des Albums. Diesen Prozess durchläuft letztlich jeder Mensch immer wieder im Leben – nur auf unterschiedliche Weise. Es geht darum, sich selbst anzunehmen, die eigenen Erfahrungen nicht auszulöschen und daraus etwas zu machen, das der eigenen Persönlichkeit entspricht.
Du schreibst deine Texte selbst und arbeitest mit sehr unterschiedlichen vokalen Ausdrucksformen. Entsteht ein Song bei dir zuerst aus einer sprachlichen Idee, einer Melodie, einer Rapzeile oder einer konkreten Szene?
Ich schreibe alle meine Texte selbst, und das ist mir auch sehr wichtig. Ich möchte, dass die Aussage und die Perspektive wirklich meine bleiben und nicht durch andere Personen verändert oder in eine bestimmte Richtung gelenkt werden – auch wenn das manchmal bedeutet, Gegenwind auszuhalten.
Wie ein Song bei mir konkret entsteht, kann ich gar nicht auf einen einzelnen Ausgangspunkt reduzieren. Meistens beginnt es mit einer Gesamtassoziation: Ein Thema taucht auf, dazu entsteht eine visuelle Welt und gleichzeitig ein tieferliegendes Thema, das alles miteinander verbindet. Daraus ergeben sich dann bestimmte Schlagworte, Bilder oder Zitate, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen können – aus der Oper, aus Pop und Rap, aus Mode oder auch aus anderen kulturellen Zusammenhängen.
Diese Elemente füge ich zu einem 360-Grad-Erlebnis zusammen. Manchmal entsteht zuerst eine musikalische Idee, manchmal ein Satz oder ein Bild, manchmal eine visuelle Vorstellung. Es gibt dafür kein festes Schema. Jeder Song auf dem Album wurde durch einen anderen Impuls ausgelöst, aber am Ende entsteht immer diese Verbindung aus Musik, Sprache, Bild und dem Thema, das darunterliegt.
Oper verlangt technische Kontrolle, Rap lebt stark von Rhythmus, Haltung und sprachlicher Direktheit. Wo geraten diese beiden Disziplinen beim Songwriting tatsächlich aneinander, und wie entscheidest du, welche Ausdrucksform in einem bestimmten Moment führen darf?
Für mich geraten diese beiden Disziplinen gar nicht wirklich aneinander, weil ich sie von Anfang an gleichzeitig denke. Oper und Rap sind beide in mir verankert und fühlen sich deshalb nicht gegensätzlich an. Der vermeintliche Gegensatz entsteht eher von außen.
Dabei wird oft so getan, als würde Oper technische Disziplin verlangen, während Rap vor allem von Haltung und Direktheit lebt. Aber natürlich muss man auch Rappen können. Flow, Delivery, Rhythmus, Reime und Sprache sind genauso Dinge, die man üben und perfektionieren muss. Wenn ich nicht rappen kann, funktioniert der Song genauso wenig, wie wenn ich einen Opernpart technisch nicht beherrsche. Es sind einfach unterschiedliche Formen von technischer Disziplin.
Ich finde auch die Einteilung in Hoch- und Subkultur an dieser Stelle interessant. Oper wird häufig als Hochkultur betrachtet und Rap als etwas völlig anderes. Für mich sind beide auf ihre eigene Weise anspruchsvoll und wertvoll. Ich möchte nicht bewerten, welche Ausdrucksform schwieriger oder „höher“ ist.
Welche Ebene in einem Moment die Führung übernimmt, entscheide ich intuitiv. Das kann ich gar nicht rational erklären. Ich spüre beim Schreiben und Produzieren, welche Stimme, welcher Rhythmus oder welche Ausdrucksform an dieser Stelle die richtige ist.
Deine frühere Arbeit machte die Verbindung von Oper und Rap sichtbar. Mit „Opera is Alive“ formulierst du daraus eine umfassendere künstlerische Sprache. Welche Entscheidungen markieren für dich die wichtigste Entwicklung seit deiner ersten EP, und wovon hast du dich dabei bewusst getrennt?
Am Anfang meiner Arbeit habe ich GG Soprano sehr bewusst als Kunstfigur inszeniert und mich stark über die Rolle der „Königin des Opernraps“ definiert. Damals stand vor allem die Verbindung von Oper und Rap im Mittelpunkt.
Mit dem Album hat sich diese Position grundlegend verändert. Heute geht es mir weniger darum, mich über eine bestimmte Kombination von Genres oder eine hierarchische Rolle zu definieren. Die innere Wahrheit zu finden und ihr Ausdruck zu geben, ist für mich das eigentliche Ziel geworden. Eine Königin steht sinngemäß über den Menschen – ich möchte mit meiner Musik aber genau das Gegenteil: unterschiedliche Menschen und Communities erreichen und auf Augenhöhe miteinander verbinden.
Dadurch ist auch die Distanz zwischen mir und GG Soprano kleiner geworden. Ich muss nicht mehr überperformen oder eine bestimmte Rolle erfüllen, um diese Figur darzustellen. GG Soprano ist vielmehr meine eigene Ausdrucksform geworden. Gleichzeitig versuche ich nicht mehr, mich innerhalb des Deutschraps zu positionieren. Ich sehe mich als eigenständige, avantgardistische künstlerische Position, die ihre eigene Welt entwickelt.
Was außerhalb dieser Welt gerade als Szene oder Schublade funktioniert, ist für mich deshalb weniger entscheidend geworden. Ich möchte nicht mehr versuchen, in eine bestehende Welt hineinzupassen, sondern meine eigene schaffen.
Mehr als fünf Millionen Aufrufe in sozialen Medien können Aufmerksamkeit schaffen, aber auch Erwartungen festschreiben. Wie verhinderst du, dass ein erfolgreicher früher Ansatz zur kreativen Schablone wird, aus der du später kaum noch ausbrechen kannst?
Ich glaube, dass diese Gefahr bei mir relativ gering ist, weil mein Ansatz von Anfang an sehr eigen und unkonventionell ist. Ich habe eher das Gefühl, dass ich mich mit jeder EP und jedem Album sowohl musikalisch als auch visuell neu erfinden muss. Natürlich experimentiere ich dabei: Wie weit kann ich in Richtung Avantgarde gehen? Wie funktioniert meine Sprache, wenn sie kommerzieller und zugänglicher wird? Aber diese Experimente müssen immer dem ursprünglichen Kern treu bleiben.
Erfolg bedeutet für mich in erster Linie, ich selbst zu sein. Das ist schließlich auch eine der zentralen Botschaften meiner Arbeit. Sobald ich zugunsten irgendwelcher äußeren Faktoren davon abweiche, geht für mich genau das verloren, was meine Arbeit interessant und eigenständig macht.
Ich glaube, wir leben momentan in einer Zeit, in der kommerzielle Faktoren dazu führen können, dass Musik ihre Originalität verliert. Es gibt immer weniger Raum für Künstlerpersönlichkeiten, die wirklich eigen sein dürfen, wenn alles möglichst gut vermarktbar und einordenbar sein soll. Genau dem möchte ich entgegenwirken.
Ich finde wenig schlimmer in der Kunst, als wenn man ständig von Innovation spricht, letztlich aber nur Bekanntes reproduziert und daraus ein kommerzielles Klischee macht. Damit verfehlt man für mich genau das, was Kunst eigentlich leisten kann: etwas Eigenes zu schaffen und damit etwas sichtbar zu machen, das vorher so noch nicht da war.
„Ouvertüre“ führt durch Zweifel, Verlust und Selbstbehauptung. Welche Passage hat dich beim Schreiben oder Aufnehmen persönlich am meisten gefordert, und woran hast du gemerkt, dass sie ehrlich genug für die Veröffentlichung ist?
Ich glaube, „Ouvertüre“ hat mich vor allem durch ihren Umfang gefordert. Der Song ist sechs Minuten lang und besteht aus sehr vielen unterschiedlichen Teilen und Ebenen. Ich habe ihn deshalb auch als Letztes vollständig fertiggeschrieben, weil es einfach ein sehr umfangreiches Werk war. Es gab für mich gar nicht die eine Passage, die besonders schwierig war – die Herausforderung lag in der Gesamtheit: alles stimmlich zu tragen, die unterschiedlichen Teile zu deliveren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sie am Ende zu einem Stück zusammenfinden.
Was die Ehrlichkeit betrifft, war „Ouvertüre“ wahrscheinlich einer der ungefiltertsten Songs des Albums. Ich habe dafür sehr viele Textsammlungen geschrieben und diese immer weiter auf die Themen reduziert, die wirklich in den Song gehören. Für das gesamte Album habe ich dabei irgendwann bewusst den Zensurbalken herausgenommen. Ich habe zunächst Textsammlungen und die darunterliegenden Themen zugelassen, ohne sofort darüber nachzudenken, ob etwas zu viel, zu
persönlich oder zu unbequem sein könnte. Daraus ist dann das Album entstanden. Anschließend wurde die Musik produziert und ich habe meine Texte darauf gesetzt.
„Ouvertüre“ zeigt dieses Prinzip am ausführlichsten: erst einmal alles zulassen, was da ist, und anschließend daraus eine Form entwickeln. Für mich war genau das der Punkt, an dem die Texte ehrlich genug für die Veröffentlichung waren.
Deine Arbeit verbindet Musik, Film, Mode und Performance. Wie soll „Opera is Alive“ nach der Albumveröffentlichung auf der Bühne weiterleben, und gibt es bereits konkrete Überlegungen zu Konzerten, einer Tour oder einer musiktheatralischen Inszenierung?
„Opera is Alive“ setzt für mich den Startschuss für die Vision, die ich mit dieser neuen Ausdrucksform verfolge: verschiedene musikalische und visuelle Ebenen zusammenzubringen und gleichzeitig die Oper in einen neuen Zeitgeist zu führen.
Das Release-Konzert findet am 15. Januar 2027 in der Kranhalle im Feierwerk in München statt. Dort werde ich die drei Akte auch körperlich und visuell auf die Bühne übertragen. Ich werde zweimal das Outfit wechseln und damit insgesamt drei verschiedene Welten auf die Bühne bringen. Für jeden Akt entwickle ich außerdem eine eigene Bewegungsform, die ich im Herbst einstudieren werde. Dazu kommen Live-Visuals, die die jeweilige Ästhetik und Dramaturgie unterstützen.
Auch bei den weiteren Shows möchte ich diese multidisziplinäre Arbeitsweise beibehalten. GG Soprano soll auf der Bühne immer mehr sein als nur eine Sängerin, die einen Song nach dem anderen aufführt. Musik, Bewegung, Mode, Bildsprache und Inszenierung gehören für mich zusammen. Gleichzeitig soll es immer etwas Neues und vielleicht auch etwas Sensationelles geben, weil mir genau das unglaublich viel Spaß macht: all die Dinge, die ich mir in meinem Kopf ausdenke, tatsächlich in die Realität zu bringen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Dinge auf meine eigene Weise entwickeln kann. Genau darin liegt für mich auch ein Teil der Idee hinter „Opera is Alive“: Die Oper soll weiterleben, indem neue Formen entstehen dürfen. Und in meinem Bereich führe ich dabei selbst Regie.
Vielen Dank, GG Soprano, für deine Zeit und den Einblick in die Entstehung von „Ouvertüre“ und „Opera is Alive“. Wir wünschen dir für die Veröffentlichung der Single, die nächsten Kapitel des Projekts und den Albumstart am 15. Januar 2027 viel Erfolg, starke Begegnungen und ein Publikum, das sich auf dieses ungewöhnliche Gesamtkunstwerk einlässt.
Interview by CK














