Theater trifft Klassenzimmer: Frankenthal setzt auf Prävention in Schulen

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Präventionswochen des Kinder- und Jugendbüros starten im November – 28 Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler – noch Plätze frei

Wenn drei Schauspieler auf der Bühne von Sucht, familiären Belastungen und der Flucht in die digitale Welt erzählen, wird Prävention unmittelbar erlebbar. Genau darauf setzen die diesjährigen Präventionswochen des Kinder- und Jugendbüros Frankenthal. Vom 9. bis 27. November erwartet Schülerinnen und Schüler ein vielfältiges Programm mit insgesamt 28 Veranstaltungen für alle Altersstufen – von der Grundschule bis zur Berufsbildenden Schule.

Prävention zum Mitmachen

Im Mittelpunkt stehen Themen, die junge Menschen in ihrem Alltag beschäftigen: Sucht, Mobbing und Cybermobbing, Medienkompetenz, Fake News, Rollenbilder in sozialen Netzwerken, Gewaltprävention, Demokratie, Sexualpädagogik und der Umgang mit Konflikten.

Die Veranstaltungen reichen von Theaterstücken und Puppenspielen über Workshops bis hin zu interaktiven Projekten. „Prävention bedeutet für uns nicht, mit erhobenem Zeigefinger zu arbeiten. Wir möchten Kinder und Jugendliche stärken, ihnen Wissen vermitteln und sie dazu befähigen, selbstbewusste und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen sowie Meinungen kritisch zu hinterfragen“, erklärt Julia Neugebauer aus dem Bereich Prävention, Kinder- und Jugendschutz des Kinder- und Jugendbüros Frankenthal.

Theater bringt schwierige Themen ins Klassenzimmer

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Theaterprojekten. Für Jugendliche ab der siebten Klasse thematisiert beispielsweise „SUCHT?! – Prävention, die bewegt“ unterschiedliche Formen von Sucht. Im Mittelpunkt stehen drei Jugendliche mit unterschiedlichen Lebensgeschichten: Alkohol, die Sucht eines Elternteils und problematische Mediennutzung werden dabei ebenso aufgegriffen wie mögliche Ursachen und Folgen. Ein anschließender Workshop bietet Gelegenheit zur Diskussion und vermittelt regionale Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Bereits Grundschulkinder werden spielerisch an Präventionsthemen herangeführt. Das mobile Theaterprojekt „Was du nicht willst, das(s) man dir tut…“ beschäftigt sich mit Mobbing, Cybermobbing, gewaltfreier Kommunikation und Selbstbewusstsein. „@Ed und ich“ greift die zunehmende Bedeutung digitaler Spiele im Alltag von Kindern auf.

Fake News, Rollenbilder und soziale Medien

Auch die Stadtbücherei Frankenthal ist in diesem Jahr mit neuen Angeboten Teil der Präventionswochen. Bei „Keine Likes für Lügen! Desinformation im Netz erkennen“ lernen Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis zehn, Fake News und manipulierte Bilder zu erkennen und Informationen kritisch zu prüfen.

Der Workshop „Alpha Males und Tradwives – Rollenklischees kritisch hinterfragen“ setzt sich mit Geschlechterbildern in sozialen Netzwerken auseinander. Die Jugendlichen untersuchen, wie solche Inhalte entstehen und welchen Einfluss sie auf Selbstbilder, Erwartungen und Beziehungen haben können. Dabei kommen auch Künstliche Intelligenz und selbst erstellte Social-Media-Profile zum Einsatz. Das Angebot findet in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Frankenthal statt. 

Angebote zu Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde werden mit dem Theater Urban umgesetzt und Grundschulkinder werden bereits spielerisch an Themen wie Vielfalt, Akzeptanz, Mitbestimmung und demokratisches Zusammenleben herangeführt. 

Noch freie Plätze bei verschiedenen Angeboten

Die Angebote beschäftigen sich unter anderem mit Kinderrechten, Vielfalt, Demokratie, Gewaltprävention, Konfliktmanagement, Achtsamkeit und emotionaler Kompetenz. Auch die Suchtberatungsstelle, die Polizei, Pro Familia, der Caritasverband Speyer und das Frauenhaus Frankenthal sind mit eigenen Angeboten beteiligt.

Der Anmeldeschluss für die Präventionswochen wurde auf Mitte Oktober verlängert. Bei mehreren Veranstaltungen sind noch Plätze frei. Dazu gehören:

  • Sexualpädagogik von Pro Familia
  • „Vape, Snus und Alkoholprävention“ der Suchtberatungsstelle
  • Veranstaltungen der Polizei zu verschiedenen Präventionsthemen
  • „Warnsignale: Gewalt in Beziehungen“ des Frauenhauses
  • „Keine Likes für Lügen! Desinformation im Netz erkennen“ der Stadtbücherei

Mit den Präventionswochen möchte das Kinder- und Jugendbüro Kinder und Jugendliche zum Mitdenken, Diskutieren und eigenen Handeln anregen. Ziel ist es, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken, Risiken frühzeitig erkennbar zu machen und ihnen konkrete Möglichkeiten für einen selbstbestimmten und sicheren Alltag an die Hand zu geben. Die Jugendlichen erhalten fachlich fundierte Informationen und setzen sich gleichzeitig aktiv mit Konsummotiven, Risiken und möglichen Folgen auseinander. Die Vermittlung regionaler Hilfsangebote ist ebenso Bestandteil der Workshops.

Anmeldung

Das vollständige Programm mit allen 28 Veranstaltungen und Informationen zu den jeweiligen Zielgruppen ist auf www.frankenthal.de/kijub zu finden. Anmeldungen sind bis Mitte Oktober möglich, sofern Plätze verfügbar sind.

Foto-_Jorg-Puchmuller

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