Donnerstag 25. Juli 2024

Rock im Park – das Finale

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Rock im Park – das Finale

Am Sonntag, dem letzten Tag von Rock im Park, wurde es noch einmal spektakulär. Rock-Legenden, wie QUEENS OF THE STONE AGE und KERRY KING, Helden aus unserer Jugend, wie GUANO APES, richtig guter Party-Punk von ENTER SHIKARI oder DROPKICK MURPHYS und natürlich die beste Band der Welt lieferten ein fulminantes Festival-Finale. 

Mit „Open your eyes“ und „Lord of the Boards“ sind die GUANO APES ein Muss auf jeder 90er Party. Und so war es nicht verwunderlich, dass mit der Göttinger Band bereits am frühen Sonntagnachmittag ein riesiges Publikum textsicher jede Zeile mitsang. Frontfrau Sandra sprang wild über die Bühne und verletzte sie sich dabei so sehr, dass sogar Blut floss. Aber die feiernde und jubelnde Menge heizte sie so sehr an, dass sie trotz Handtuch am Kopf einfach weitermachte, als wäre nichts passiert, und das Set beendet.

Gleich danach ging es mit ASINHELL weiter. Gitarrist des dänischen Death-Metal-Projekts ist kein geringerer als Michael Poulsen, Frontmann bei der dänischen Rockband VOLBEAT. Mit seinen krachenden Gitarren-Riffs und starken Refrains, die von Sänger Marc Grewe hinaus gebrüllt wurden, waren die blauen Flecken im Moshpit und das fette Grinsen nach dem Adrenalinstoß garantiert. 

Hemmungslose Circle of Death und wildes Crowdsurfing waren auch bei den DROPKICK MURPHYS vor der Utopia Stage angesagt. Die irisch-amerikanischen Folk-Punker heizten der Menge ordentlich ein, die sich in den Armen lag, zusammen feierte und sich bei „You’ll Never Walk Alone“ mit lauten Mitsing-Chören bei den Bostoner Jungs für die Riesenparty bedankte.

Einmal so richtig durchgeschwitzt konnte man sich danach bei KERRY KING, Gitarrist der Kult-Trash-Metaler von SLAYER, die harten Gitarrenriffs und lautes Gebrülle um die Ohren hauen lassen. Nach fünf Jahren Pause meldet er sich nun mit seinem Soloprojekt und dem Album „From Hell I Rise“ zurück, er hatte aber selbstverständlich auch einige SLAYER Nummern im Gepäck. Die zugegebenermaßen überschaubaren Metal-Fans begrüßten ihn mit ausgestreckter „Pommesgabel“, hemmungslosen Headbanging und obligatorischen Moshpits. 

Mit QUEENS OF THE STONE AGE betraten am frühen Sonntagabend dann die ersten Headliner die Bühne. Die Band rund um Frontmann Josh Homme prägte die Rock-Welt in den späten 90er und Anfang der 00er Jahre wie kaum eine andere. Im letzten Jahr veröffentlichte die Alternative-Band ihr aktuelles Album „In Times New Roman…“ und tourt damit jetzt durch Europa. Wie gut, dass sie auch einen Stopp im Park einlegten. Die Menge stürmte bei den ersten Klängen das Gelände, sodass schon bald die Zugänge zu den ersten Wellenbrechern geschlossen werden mussten. Mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrem mitreißenden Sound begeisterten sie die Massen.

Und dann waren sie endlich da! Die beste Band der Welt, die ÄRZTE auuuuuussss Berlin, betrat das Zeppelinfeld. Mit „Deine Schuld“ eröffneten sie ihr über zweistündiges Set gleich mit einem Kracher und die Menge schrie laut jedes einzelne Wort mit. Urkomisch, mit bitterem Sarkasmus und politischer Botschaft spielten die drei Punkrocker die größten Hits ihrer Bandgeschichte; „Junge“ oder „Schrei nach Liebe“, so richtig alte Klassiker wie „Ich mag Blumen“ oder „Der Graf“, aber auch aktuelle Songs wie „Demokratie“ und „Doof“. Zum Anti-Held des Abends wurde das von Farin verhasste Riesenrad. Welches trotz lauter Sprechchöre und auch nicht auf Bitten der Band aufhören wollte mit den Augen zu zwinkern und zu leuchten. 

Den krönenden Abschluss des Festivals lieferten danach AVENGED SEVENFOLD. Die fünf Kalifornier haben bisher bereist neun Alben herausgebracht und sind eine feste Metal-Größe mit riesiger Fangemeinde. Selbstverständlich wurden sie zum Abschluss des 3-tägigen Spektakels gebührend von der Festivalgemeinde empfangen. Mit jeder Menge Pyro-Technik und einer Bühnenshow, die sich gewaschen hat, feierte die Band ihr Publikum, den Abschluss eines geilen Partywochenendes und auch ein bisschen sich selbst.

Insgesamt blicken wir auf drei fantastische Festivaltage zurück, mit tollem Wetter, super Stimmung, über 80.000 Festivalfreunden und einem hammermäßigem Line-Up. Und weil nach dem Festival vor dem Festival ist, freuen wir uns schon auf das nächste Jahr. Denn dafür haben sich die Veranstalter etwas ganz Großes geplant. 2025 steigt die Jubiläumsausgabe des Schwesternfestivals. ROCK AM RING wird 40 und ROCK IM PARK kann auf 30-jähriges Bestehen zurückblicken. 

Festival Fans können sich schon heute auf ungefähr 100 Acts (und damit mehr als je zuvor), eine vierte Bühne und viele weitere Überraschungen freuen. Und der erste Headliner 2025 steht auch schon fest. SLIPKNOT werden auf dem Schwesternfestival selbst ihr 35-jähriges Jubiläum feiern. Der Kartenvorverkauf läuft seit Montagnachmittag und es wurden bereits über 20.000 Tickets für Rock im Park und über 30.000 Tickets für Rock am Ring verkauft. Wenn ihr bei dem Spektakel dabei sein möchtet, solltet ihr euch möglichst schnell eure Tickets sichern. 

Text & Fotos © Matthias Utz