Volle Kraft Voraus Festival: Ein Tag voller Industrial, Metal & geballter Energie!

Meistgelesene Artikel

- Anzeige -spot_img

Am 27.09.2025 ist für mich eine Ära zu Ende gegangen – die sechste und zugleich letzte Ausgabe des Festivals Volle Kraft Voraus hat stattgefunden. Ich war von Anfang an, beim ersten Festival, dabei, und deshalb war es für mich besonders schwer, Abschied zu nehmen. Doch der Tag war jung, und es gab noch so vieles zu erleben, bevor er zu Ende ging.

Schon vor den Türen merkte man: dieser Abend wird etwas Besonderes. Viele Gesichter, die ich über die Jahre immer wieder gesehen hatte, waren auch diesmal da. Man begrüßte sich herzlich, tauschte Erinnerungen aus, und alle wussten – dies ist das letzte Mal, dass wir uns hier in dieser Konstellation treffen. Die Stimmung war eine Mischung aus Vorfreude und Melancholie.

Die Ehre, den Anfang zu machen, hatten Hell Boulevard. Die Schweizer Gothic-Rocker sind bekannt für ihren Mix aus düsterem Glamour und Rock’n’Roll-Attitüde. Ihr energiegeladener Auftritt brachte sofort Bewegung ins Publikum, man spürte direkt: die Festivalreise beginnt noch einmal ganz groß.

Mit Schattenmann wurde es deutlich härter. Ihr moderner NDH-Sound ließ die Halle beben, und die Band selbst wirkte voller Spielfreude. Besonders auffällig war, wie viele Fans ihre Texte mitsangen – man merkte, dass Schattenmann sich über die letzten Jahre zu einer festen Größe entwickelt haben. Besonders bei Songs wie „Chaos“ oder „Spring“ spürte man, wie stark die Verbindung zwischen Band und Fans inzwischen gewachsen ist.

Ein starker Kontrast dazu war The Beauty of Gemina. Die Band aus der Schweiz brachte eine ganz besondere Stimmung mit. Michael Seles tiefe Stimme und die melancholischen Klänge sorgten für einen Moment des Innehaltens. Viele standen einfach still, lauschten und ließen sich von dieser Atmosphäre tragen. Für mich war es ein Gänsehautmoment, der den Abend sehr bereichert hat.

Dann kam die Zeit für elektronische Dunkelheit: Project Pitchfork. Seit Jahrzehnten gehören sie zu den Säulen der Szene, und auch an diesem Abend bewiesen sie, warum. Treibende Beats, visuelle Effekte und ein hypnotischer Sound sorgten dafür, dass die Menge tanzte, als gäbe es kein Morgen. Hier war pure Energie zu spüren.

Mit Joachim Witt folgte eine lebende Legende der deutschen Musik. Sein Auftritt hatte etwas Feierliches, fast Nostalgisches. Als er „Der Goldene Reiter“ anstimmte, sang die ganze Halle mit – ein Moment, in dem sich Generationen verbanden.

Zum Abschluss dann Eisbrecher – die Gastgeber und das Herz von Volle Kraft Voraus. Alex Wesselsky führte wie gewohnt mit Humor, Charisma und einer gewaltigen Stimme durchs Set. Die Band lieferte eine Show voller Power und Lichteffekte. Es war ein Finale, das dem Festival gerecht wurde: laut, kraftvoll, emotional.

Zwischen den Auftritten traf man überall Menschen, die ihre Festival-Erinnerungen teilten. Manche erzählten von der ersten Ausgabe 2017, andere von besonderen Begegnungen oder Lieblingsmomenten. Es fühlte sich an wie eine große Familie, die sich ein letztes Mal versammelt hatte.

Als der letzte Ton verklungen war und die Lichter langsam angingen, war es schwer, einfach zu gehen. Für mich war es ein Abschied mit Tränen in den Augen, aber auch mit einem dankbaren Herzen.

Dieses Festival hat mich über die Jahre begleitet, geprägt und bereichert. Und auch wenn Volle Kraft Voraus nun Geschichte ist – die Erinnerungen daran werden bleiben. Doch ein kleiner Funke Hoffnung bleibt: vielleicht überlegt es sich Alex ja doch noch einmal anders…

Text & Fotos © Daria Tessa

- Anzeige -spot_img

Neuste Artikel