Heaven Shall Burn – Heimat Tour

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07.03.2026 – Schlachthof Wiesbaden (ausverkauft)

Wenn vier der prägendsten Bands der modernen Extrem-Metal-Szene gemeinsam auf Tour gehen, ist ein intensiver Abend garantiert. Der ausverkaufte Schlachthof Wiesbaden verwandelte sich am 7. März in einen brodelnden Hexenkessel aus Blastbeats, Circle Pits und erhobenen Fäusten. Auf der „Heimat“-Tour von Heaven Shall Burn standen mit Thy Art Is Murder, The Black Dahlia Murder und The Halo Effect gleich drei hochkarätige Supports auf dem Programm – ein Line-up, das Fans extremer Klänge schon im Vorfeld elektrisierte.

Eisiger Auftakt – Frozen Soul

Den Startschuss des Abends lieferten die texanischen Old-School-Death-Metaller von Frozen Soul. Mit ihrem charakteristisch schweren und frostigen Sound sorgte die Band schon früh für eine düstere Atmosphäre im Schlachthof. Der Opener „Encased in Ice“ machte seinem Namen alle Ehre: wuchtige Gitarren, ein gnadenlos treibendes Schlagzeug und tiefe Growls ließen die Halle sofort erbeben.

Mit „Absolute Zero“ und „Chaos Will Reign“ wurde das Tempo weiter angezogen, während sich vor der Bühne die ersten Circle Pits bildeten. Besonders „Morbid Effigy“ und „No Place of Warmth“ unterstrichen den kompromisslosen Old-School-Death-Metal-Ansatz der Band.

Zum Abschluss ihres Sets legten Frozen Soul mit „Arsenal of War“, „Invoke War“ und dem Fanliebling „Crypt of Ice“ noch einmal nach und hinterließen eine bestens aufgewärmte Menge für die folgenden Bands.

Setlist – Frozen Soul

  • Encased in Ice
  • Absolute Zero
  • Chaos Will Reign
  • Morbid Effigy
  • No Place of Warmth
  • Arsenal of War
  • Invoke War
  • Crypt of Ice

Rasender Melodic Death – The Black Dahlia Murder

Anschließend übernahmen The Black Dahlia Murder die Bühne und lieferten eine energiegeladene Mischung aus melodischem Death Metal und rasender Aggression. Schon beim Opener „What a Horrible Night to Have a Curse“ war die Halle endgültig auf Betriebstemperatur.

Songs wie „Kings of the Nightworld“ und „Nightbringers“ entfalteten mit ihren messerscharfen Riffs enorme Wirkung, während „Mammoth’s Hand“ und „Cursed Creator“ die technische Klasse der Band unterstrichen. Die Amerikaner spielten sich mit beeindruckender Präzision durch ihr Set und hielten das Energielevel konstant hoch.

Mit „Everything Went Black“ und „Utopia Black“ setzte die Band einen düsteren und kraftvollen Schlusspunkt unter ihren Auftritt.

Setlist – The Black Dahlia Murder

  • What a Horrible Night to Have a Curse
  • Kings of the Nightworld
  • Aftermath
  • A Vulgar Picture
  • Mammoth’s Hand
  • Cursed Creator
  • Nightbringers
  • Everything Went Black
  • Utopia Black

Göteborg-Sound im Schlachthof – The Halo Effect

Mit The Halo Effect folgte ein Kontrast, der dem Abend eine zusätzliche musikalische Facette verlieh. Die Band um Sänger Mikael Stanne brachte klassischen Göteborg-Melodic-Death-Metal nach Wiesbaden und sorgte für eine Mischung aus Härte und hymnischer Atmosphäre.

Der Opener „This Curse of Silence“ setzte direkt ein melodisches Statement, während „March of the Unheard“ und „Feel What I Believe“ mit ihren eingängigen Refrains schnell für lautstarke Reaktionen sorgten. Auch neuere Songs wie „A Truth Worth Lying For“ oder „Between Directions“ wurden vom Publikum begeistert aufgenommen.

Spätestens bei „Gateways“ verwandelte sich der Schlachthof in ein Meer aus erhobenen Armen und mitsingenden Fans. Mit „Shadowminds“ verabschiedete sich die Band unter großem Applaus.

Setlist – The Halo Effect

  • This Curse of Silence
  • March of the Unheard
  • Feel What I Believe
  • The Needless End
  • Detonate
  • Become Surrender
  • Gateways
  • Our Channel to the Darkness
  • Between Directions
  • A Truth Worth Lying For
  • Shadowminds

Heimspiel für Heaven Shall Burn

Als schließlich Heaven Shall Burn die Bühne betraten, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Das instrumentale Intro „Ad Arma“ baute zunächst Spannung auf, bevor „War Is the Father of All“ wie eine Explosion über die Menge hereinbrach.

Frontmann Marcus Bischoff dirigierte die Fans durch ein Set, das sowohl Klassiker als auch Material aus der aktuellen „Heimat“-Phase vereinte. Songs wie „Voice of the Voiceless“, „Counterweight“ und „Armia“ sorgten für gewaltige Circle Pits, während „Endzeit“ von der gesamten Halle lautstark mitgesungen wurde.

Ein besonderes Highlight war die Coverversion von „Black Tears“ der schwedischen Death-Metal-Pioniere Edge of Sanity, die ebenso begeistert aufgenommen wurde wie das darauffolgende „Übermacht“. Nach „Thoughts and Prayers“ verabschiedete sich die Band kurz von der Bühne – doch die Zugabe ließ nicht lange auf sich warten.

Mit „The Weapon They Fear“ und „A Whisper From Above“ ging es in die finale Runde, bevor die Band den Abend mit einer unerwarteten, aber umjubelten Coverversion von „Valhalla“ der deutschen Power-Metal-Legenden Blind Guardian abschloss. Der gesamte Schlachthof sang den Refrain mit – ein perfekter Abschluss eines intensiven Konzertabends.

Setlist – Heaven Shall Burn

  • Ad Arma
  • War Is the Father of All
  • Voice of the Voiceless
  • My Revocation of Compliance
  • Godiva
  • Counterweight
  • Armia
  • Confounder
  • Awoken
  • Endzeit
  • Black Tears (Edge of Sanity Cover)
  • Übermacht
  • The Martyrs‘ Blood
  • March of Retribution
  • Thoughts and Prayers

Encore

  • The Weapon They Fear
  • A Whisper From Above
  • Valhalla (Blind Guardian Cover)

Die „Heimat“-Tour bot im Schlachthof Wiesbaden ein beeindruckendes Paket aus unterschiedlichen Facetten extremer Musik. Vom brutalen Deathcore von Thy Art Is Murder über den technisch versierten Melodic Death von The Black Dahlia Murder und den klassischen Göteborg-Sound von The Halo Effect bis hin zum triumphalen Headliner-Set von Heaven Shall Burn entstand ein Abend, der musikalisch wie atmosphärisch überzeugte.

Vier Bands, eine ausverkaufte Halle und ein Publikum, das von der ersten bis zur letzten Minute alles gab – ein Konzertabend, der noch lange nachhallen dürfte.

Bilder und Text by Jan Heesch

Frozen Soul

Heaven Shall Burn

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