Power Metal in Höchstform – Wind Rose, HammerFall und Powerwolf entfesseln die SAP Arena

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Am 5. März 2026 wurde die SAP Arena zum Zentrum der europäischen Power-Metal-Szene. Mit Wind Rose, HammerFall und Powerwolf standen gleich drei Bands auf dem Programm, die jede für sich seit Jahren eine feste Größe im Genre darstellen. Gemeinsam lieferten sie einen Konzertabend, der die gesamte Bandbreite des modernen Power Metal zeigte – von humorvoller Zwergenfantasie über klassische Metal-Hymnen bis hin zur theatralischen Metal-Messe der Headliner.

Bereits lange vor Beginn des ersten Songs war die Stimmung in der Arena ausgelassen. Fans in Kutten, Bandshirts und teilweise auch in thematisch passenden Kostümen – von Zwergenhelmen bis hin zu kirchlichen Gewändern im Stil von Powerwolf – füllten die Halle und sorgten für eine Atmosphäre, die eher an ein großes Metal-Festival erinnerte als an ein gewöhnliches Hallenkonzert.

Den Auftakt des Abends übernahmen Wind Rose. Die italienische Band hat sich in den letzten Jahren mit ihrem zwergeninspirierten Power Metal eine treue Fangemeinde aufgebaut und bewies auch in Mannheim, warum ihre Shows regelmäßig für ausgelassene Stimmung sorgen. Bereits mit dem Opener „Dance of the Axes“ setzte die Band ein klares Zeichen: Hier ging es nicht um zurückhaltenden Einstieg, sondern um sofortige Energie. Die treibenden Gitarrenriffs und die kraftvolle Stimme von Frontmann Francesco Cavalieri brachten die ersten Reihen schnell in Bewegung.

Mit „The Great Feast Underground“ und „Mine Mine Mine!“ entwickelte sich das Publikum zunehmend zu einer singenden und feiernden Gemeinschaft. Besonders der humorvolle und gleichzeitig hymnische Stil der Band funktionierte hervorragend in der großen Arena. Spätestens als die ersten Töne von „Diggy Diggy Hole“ erklangen, gab es kein Halten mehr. Der Song, ursprünglich als Internetphänomen entstanden, ist inzwischen längst ein Klassiker der Band und wurde von nahezu der gesamten Halle lautstark mitgesungen. Auch „Trollslayer“ und das abschließende „Rock and Stone“ sorgten dafür, dass Wind Rose ihren Auftritt mit einem deutlichen Eindruck beendeten. Obwohl ihre Spielzeit vergleichsweise kurz war, gelang es der Band mühelos, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen.

Nach dieser energiegeladenen Einstimmung betraten HammerFall die Bühne. Die schwedischen Power-Metal-Veteranen gehören seit den späten 1990er-Jahren zu den wichtigsten Vertretern des Genres und lieferten in Mannheim eine souveräne Performance ab, die sowohl langjährige Fans als auch jüngere Konzertbesucher begeisterte. Mit „Avenge the Fallen“ startete die Band kraftvoll in ihr Set und zeigte sofort ihre typische Mischung aus melodischen Gitarrenläufen, epischen Refrains und klassischem Heavy-Metal-Drive.

Bereits beim zweiten Song „Heeding the Call“ wurde deutlich, wie stark die Verbindung zwischen Band und Publikum ist. Die Fans sangen große Teile des Refrains selbst, während Sänger Joacim Cans immer wieder zum Mitsingen und Mitklatschen animierte. Titel wie „Any Means Necessary“, „Hammer of Dawn“ und „Renegade“ hielten das Tempo hoch und sorgten für eine kontinuierliche Welle aus erhobenen Fäusten und lautstarken Chören.

Im Verlauf ihres Sets präsentierten HammerFall eine ausgewogene Mischung aus neueren Songs und langjährigen Fanlieblingen. „Hammer High“ und „Last Man Standing“ wurden ebenso enthusiastisch aufgenommen wie Klassiker aus früheren Alben. Mit „Let the Hammer Fall“ und „The End Justifies“ zeigte die Band einmal mehr ihre Fähigkeit, große, hymnische Momente zu schaffen. Auch das augenzwinkernde „(We Make) Sweden Rock“ durfte nicht fehlen und sorgte für ausgelassene Stimmung im Publikum. Den Abschluss bildete schließlich „Hearts on Fire“, einer der bekanntesten Songs der Band, der von der gesamten Arena begleitet wurde. HammerFall lieferten damit ein Set ab, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch überzeugte.

Als schließlich die Bühne für den Headliner vorbereitet wurde, stieg die Spannung in der Halle spürbar an. Powerwolf sind bekannt für ihre aufwendigen Liveshows, die musikalische Power mit einer stark theatralischen Inszenierung verbinden. Als die Band schließlich mit „Bless ’em With the Blade“ eröffnete, wurde sofort klar, dass das Publikum eine Show erleben würde, die weit über ein gewöhnliches Metal-Konzert hinausgeht.

Frontmann Attila Dorn führte mit charismatischer Präsenz durch den Abend und verstand es meisterhaft, das Publikum einzubinden. Schon bei „Armata Strigoi“ verwandelte sich die Arena in ein Meer aus klatschenden Händen. Songs wie „Amen & Attack“, „Army of the Night“ und „Incense & Iron“ sorgten für gewaltige Chöre, die teilweise minutenlang durch die Halle hallten.

Ein besonderer Höhepunkt war „Demons Are a Girl’s Best Friend“, dessen eingängiger Refrain von tausenden Stimmen begleitet wurde. Mit „1589“ und „Kreuzfeuer“ präsentierte die Band auch Stücke, die ihre düstere, historische und teilweise ironische Ästhetik besonders gut widerspiegeln. Gleichzeitig zeigte sich, wie effektiv Powerwolf ihre Songs live inszenieren können – mit dramatischen Pausen, Publikumsinteraktionen und monumentalen Refrains.

Emotionaler wurde es bei „Where the Wild Wolves Have Gone“, als zahlreiche Fans ihre Smartphones zückten und die Arena in ein Meer aus Lichtern tauchten. Doch die ruhigere Stimmung hielt nicht lange an, denn mit „Fire and Forgive“ und „Resurrection by Erection“ kehrte sofort wieder ausgelassene Feierlaune zurück. Auch „We Drink Your Blood“ wurde von der Menge frenetisch gefeiert.

Nach einer kurzen Pause kehrte die Band schließlich für die Zugabe zurück. Das orchestrale „Agnus Dei“-Intro leitete den finalen Abschnitt des Abends ein. Mit „Sanctified With Dynamite“, „Blood for Blood (Faoladh)“ und dem abschließenden „Werewolves of Armenia“ erreichte die Show ihren Höhepunkt. Spätestens beim letzten Song sang die gesamte Halle geschlossen mit und verwandelte die SAP Arena in ein kollektives Wolfsgeheul.

Der Konzertabend in Mannheim zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig der europäische Power Metal heute ist. Wind Rose überzeugten mit ihrer humorvollen Fantasy-Atmosphäre, HammerFall präsentierten klassischen, hymnischen Metal in Bestform, und Powerwolf lieferten eine spektakuläre Show, die musikalische Wucht mit einer einzigartigen Bühneninszenierung verband. Für die Fans in der ausverkauften SAP Arena war es ein Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Bilder und Text by Jan Heesch

Wind Rose

Hammerfall

Powerwolf

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