Celine Bouvier: Zu schön, um wahr zu sein

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MANNHEIM – Einen rundum amüsanten Abend erlebten die Besucher des Capitol am vergangenen Samstag. Mannheims Publikumsliebling, Travestie-Ikone und Drag-Queen Celine Bouvier präsentierte ihr Programm „Zu schön, um wahr zu sein“ – und traf damit mitten ins Herz eines sichtlich begeisterten Publikums. Schon beim Blick in den Saal wurde klar: Viele der Gäste waren längst Fans. Besonders auffällig war der große Frauenanteil im Publikum – und einige von ihnen kannten die Texte einiger Songs so gut, dass sie mitsingen konnten. Die Augen richteten sich auf die grell geschminkten Lippen der Diva, die ihre Songs mit viel Charme und noch mehr Selbstironie präsentierte. Nicht selten erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen, um ihrer Lieblingskünstlerin begeistert zu applaudieren.

Wer allerdings glaubte, dass die Kostümwechsel im Rekordtempo stattfinden würden, wurde auf sehr unterhaltsame Weise eines Besseren belehrt. Verschwand Celine Bouvier hinter dem Vorhang, übernahm kurzerhand die große Leinwand das Kommando. Dort meldete sich nämlich Markus Beisel, der Mann hinter der Diva, persönlich zu Wort und gewährte charmante Einblicke hinter die Kulissen. Besonders spannend – und zugleich ziemlich amüsant – war etwa die Demonstration, wie aus Markus Schritt für Schritt die schillernde Celine wird. Schminktipps inklusive. Kaum war der letzte Pinselstrich erklärt, stand auch schon wieder Celine Bouvier auf der Bühne und legte nahtlos weiter los. Diese kleinen „Kunstunterbrechungen“ gehören fest zum Programm und sorgten für kurzweilige Unterhaltung zwischen den großen Auftritten.

Doch nicht nur Glitzer, Glamour und Kostümwechsel machten den Abend aus. Vor allem der schnelle Wortwitz, punktgenau gesetzte Pointen, Parodien und das mitreißende Tempo auf der Bühne beeindruckten das Publikum. Immer wieder band die Künstlerin ihre Gäste gekonnt ein. So bekam eine Zuschauerin augenzwinkernd ihr Fett weg, als sie verbotenerweise das Handy zum Filmen zückte. Eine andere Dame, die etwas verspätet erschien, wurde kurzerhand zum heimlichen Mittelpunkt des Abends – sehr zur Erheiterung des restlichen Saals. Ein besonderes Highlight: die Aufforderung an das Publikum, gemeinsam einen leidenschaftlichen Liebesseufzer auszustoßen. Das Ergebnis – ein kollektives Stöhnen, das natürlich der Künstlerin ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Zwischen bissigen Pointen, charmanten Seitenhieben und herrlich schrägen Flachwitzen – die das Publikum immer wieder zu lautstarken Lachsalven hinrissen – zog sich eine klare rote Linie durch das Programm: beste Unterhaltung.

Für den musikalischen Rahmen sorgte eine vierköpfige Band, deren Arrangements punktgenau auf die Auftritte der Diva abgestimmt waren. Gemeinsam machten sie den Abend im Capitol zu einer Show, die ihrem Titel alle Ehre machte: fast zu schön, um wahr zu sein.

Text und Foto: Helmut Dell

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