Neustart mit Wucht. Schattenmann zünden den Endgegner

Meistgelesene Artikel

- Anzeige -spot_img

Ein klarer Schnitt. Mit Endgegner schlagen Schattenmann ein neues Kapitel auf. Härter, direkter, kompromissloser. Seit 2018 hat sich die Band mit Licht an, Epidemie, Chaos und Día de Muertos Schritt für Schritt nach vorne gearbeitet. 2023 gelang mit Día de Muertos der Sprung in die Top 10 der deutschen Albumcharts. Ausverkaufte Shows in Deutschland und Österreich folgten.

Jetzt kündigt die erste Single Kein Kommando einen radikalen Wandel an. Produziert von Henning Verlage, klingt das neue Material nach Druck, nach Core Einflüssen, nach einer Band, die bewusst alles neu sortiert. Am 13.03.2026 erscheint Endgegner über Perception – A Division of Reigning Phoenix Music. Frank Herzig, Jan Suk, Rorschach und Luke Shook wirken fokussiert wie nie. 2026 könnte für Schattenmann tatsächlich eine neue Zeitrechnung markieren. 

Endgegner wirkt wie ein bewusster Schnitt. Was war der konkrete Auslöser für diesen radikalen musikalischen und optischen Wandel.

    Frank: Die Veränderung kam jetzt nicht plötzlich, sondern ist über die Zeit ganz organisch entstanden. Eigentlich zieht sich das durch alle unsere Alben – wir haben uns immer weiterentwickelt, viel ausprobiert und hatten nie Bock, stehen zu bleiben. Endgegner ist da wahrscheinlich die bisher deutlichste Weiterentwicklung, sowohl musikalisch als auch optisch. Für uns ist das aber kein Bruch, sondern eher die logische Konsequenz aus allem, was wir hören, erleben und was uns beeinflusst. Das Visuelle war dann so ein bisschen das i-Tüpfelchen. Uns war wichtig, die einzelnen Charaktere und die Persönlichkeit von jedem besser rauszuarbeiten. Das ist kein ausgedachtes Konzept, sondern am Ende einfach das, was wir sind – nur eben nach außen sichtbar gemacht.

    Kein Kommando klingt deutlich härter und moderner. Welche künstlerische Vision stand am Anfang des neuen Sounds.

    Frank: Kein Kommando war der erste Song, den wir zusammen mit Henning Verlage produziert haben. Es war der erste Track nach Día de Muertos – es gab keine große künstlerische Vision, keinen festen Plan, nur ein paar Ideen. Wir haben einfach geschaut, wohin die Reise geht und es laufen lassen. Dass am Ende so ein richtiger Banger dabei rauskommt, damit hätte wirklich niemand gerechnet. Aber genau das ist ja das Schöne an Musik und kreativen Prozessen: Man weiß nie, was am Ende entsteht.

    Ihr habt euch seit 2018 kontinuierlich gesteigert und 2023 erstmals die Top 10 erreicht. Wie sehr verändert Chart Erfolg die innere Dynamik einer Band.

    Frank: Klar freuen wir uns mega über den Erfolg und sind unseren Fans unendlich dankbar – ohne sie wäre das alles gar nicht möglich. Aber wirklich Druck oder Stress verspüren wir deswegen nicht. Auf welchem Platz ein Album landet, hängt ja auch von vielen Faktoren ab – Chartwochen, Timing, Glück. Wir haben uns von Platz 10 nie aus der Ruhe bringen lassen, auch nicht beim neuen Album Endgegner. Für uns zählt am Ende vor allem das Album selbst, nicht die Zahl in den Charts.

    Henning Verlage hat das Album produziert. Was hat er aus euch herausgeholt, das vorher vielleicht noch nicht sichtbar war.

    Frank: Bei allen bisherigen Alben habe ich selbst produziert, und das war echt eine Mammutaufgabe. Man hat keine Instanz, die einem zur Seite steht, kein Korrektiv – alles steht und fällt mit einem selbst. Dazu verfällt man immer wieder in alte Gewohnheiten und Muster, auch musikalisch. Henning hat genau da angesetzt. Er ist ein unglaublich guter Musiker, Songwriter und Produzent, der es schafft, immer noch ein Stück mehr aus einem rauszuholen. Er sieht und hört Dinge, die man selbst gar nicht wahrnimmt. Dabei setzt er niemandem etwas vor, sondern spornt an, gibt Tipps und zeigt Wege zu neuen Ideen. Ich habe während der Arbeit mit Henning unglaublich viel gelernt, und wenn ich eine Sache herauspicken müsste, dann ist es wohl sein Verständnis für die richtige Dosis. Henning hat einfach diese feinen Antennen dafür, wann etwas zu viel ist und wohin ein Song wirklich gehen will

    Core Einflüsse spielen jetzt eine größere Rolle. War das ein natürlicher Prozess oder eine bewusste strategische Entscheidung.

    Frank: Ich stehe total auf Metalcore und war schon immer fasziniert von Breakdowns und den Vocals in dem Genre. Screams und Growls haben einfach einen krassen Druck, und ich liebe das. Deshalb habe ich Unterricht genommen – aber nicht, um das unbedingt bei Schattenmann einzusetzen, sondern einfach, um es mal selbst auszuprobieren, zu spüren und zu sehen, ob ich das als Sänger überhaupt kann. Am Ende hatte ich so viel Spaß dabei, dass ich es einfach mal in unsere Songs eingebaut habe. Es war nicht immer perfekt, aber auch hier gilt: die richtige Dosis macht’s. Und so kam eins zum anderen, und unsere Musik hat sich um den ein oder anderen Breakdown erweitert.

    Eure Live Reputation ist stark, auch als Special Guest bei Eisbrecher, Feuerschwanz oder Hämatom. Wie wird sich die neue Härte auf eure Bühnenshow auswirken.

    Frank: Wir waren live schon immer einen Tick härter als auf Platte und die neuen Songs fühlen sich auf der Bühne einfach richtig, richtig gut an. Man merkt, wie die Leute bei den neuen Tracks eskalieren, wie alles noch mehr nach vorne geht. ENDGEGNER ist live echt ein absoluter Gewinn – sowohl für die Show als auch für die Energie, die rüberkommt.

    Der Titel Endgegner klingt nach Konfrontation. Gegen wen oder was richtet sich dieser Kampf. Gegen äußere Widerstände oder gegen eigene Grenzen.

    Frank: Der Song ist super vielschichtig und beim Songwriting sind gleich mehrere Bilder und Themen eingeflossen. Zum einen geht es um eine zwischenmenschliche Beziehung, die einen immer wieder auf neue herausfordert – die eigentlich nie so richtig funktioniert, aber trotzdem irgendwie in einer gegenseitigen Abhängigkeit steht. Zum anderen geht es auch um die eigenen Herausforderungen, den inneren Schweinehund, den persönlichen Endgegner – all das steckt in dem Song drin.

    Nach vier Alben gab es ein klares Bild von Schattenmann. Hattet ihr Sorge, eure Stammhörer mit dem neuen Sound zu irritieren.

    Frank: Natürlich hat uns das beschäftigt. Es gab Leute, die uns geraten haben, einfach an Día de Muertos anzuknüpfen und den Erfolg nicht aufs Spiel zu setzen. Aber das wäre gegen unser Naturell gewesen. Wir machen die Musik, die aus uns rauskommt, und schreiben keine Songs nach Erfolgsrezept.

    Wir wollten diesen Weg gehen, im Einklang mit uns und unserer Musik – und ja, uns war bewusst, dass das auch richtig nach hinten losgehen konnte. Wir waren noch nie so nervös wie beim Mera Luna Festival, als wir mit neuen Outfits und ‚Kein Kommando‘ auf die Bühne gingen. Das war wirklich der Sprung ins kalte Wasser: Entweder die Leute feiern es, oder wir packen zusammen und fahren nach Hause. Wir sind über glücklich und dankbar, dass unsere Fans den neuen Schattenmann weg mit uns gehen und dass unsere neuen Songs so gut ankommen.

    Wie hat sich eure interne Rollenverteilung im Songwriting Prozess verändert. Wer treibt die neue Ausrichtung am stärksten voran.

    Frank: Beim Songwriting hat sich eigentlich nichts Grundlegendes geändert, aber wir schreiben jetzt öfter mit Freunden und befreundeten Musikern zusammen. Der kreative Austausch macht einfach richtig viel Spaß und bringt oft noch neue Ideen rein.

    Wenn 2026 eure neue Zeitrechnung beginnt. Wo wollt ihr am Ende dieses Jahres stehen. Künstlerisch und live.

    Ende 2026 wollen wir einfach auf eine richtig geile ENDGEGNER-Tour zurückblicken – und auf ein Album, das den Leuten Spaß gemacht und ihnen etwas gegeben hat. Am Ende geht’s uns gar nicht um Zahlen oder sowas, sondern darum, sagen zu können: Das war ein Jahr, in dem wir genau das gemacht haben, was wir am meisten lieben – Musik machen und auf der Bühne stehen.

    Man spürt, dass Endgegner kein Kompromiss ist, sondern ein klares Statement. Für den Release am 13. März 2026 und alles, was danach kommt, wünsche ich euch maximale Resonanz, volle Hallen und genau den Impact, den dieses Album verdient.

    Interview by CK

    - Anzeige -spot_img

    Neuste Artikel