Drei Stimmen, ein Abend: Symphonic Metal in der Jahrhunderthalle Frankfurt

Meistgelesene Artikel

- Anzeige -spot_img

Am 22. März 2026 wurde die Jahrhunderthalle Frankfurt zum Treffpunkt für Fans des modernen Symphonic und Melodic Metal. Mit Charlotte Wessels, Epica und Headliner Amaranthe versprach das Line-up nicht nur musikalische Vielfalt, sondern auch ein beeindruckendes Wechselspiel starker Stimmen – und hielt dieses Versprechen über den gesamten Abend hinweg eindrucksvoll ein.

Ein atmosphärischer Auftakt: Charlotte Wessels

Den Anfang machte Charlotte Wessels, die mit „Chasing Sunsets“ sofort eine dichte, emotionale Atmosphäre schuf. Ihre Mischung aus cineastischem Pop, Alternative und düsteren Klanglandschaften wirkte wie ein sanfter, aber bestimmter Einstieg in den Abend. Besonders hervorzuheben war „Dopamine“, bei dem sie gemeinsam mit Simone Simons auftrat – ein früher Höhepunkt, der die Verbindung zwischen den Acts deutlich machte.

Auch „Soft Revolution“, unterstützt von Coen Janssen, zeigte Wessels’ Fähigkeit, intime Momente mit großer Bühnenpräsenz zu verbinden. Mit Songs wie „The Crying Room“, „Tempest“ und dem epischen „After Us, The Flood“ spannte sie einen emotionalen Bogen, der schließlich in „The Exorcism“ mündete – ein kraftvoller Abschluss eines durchweg fesselnden Sets.

Epica: Symphonische Wucht und kollektive Energie

Mit orchestraler Wucht und technischer Präzision übernahmen Epica die Bühne. Bereits „Apparition“ und „Cross the Divide“ machten klar, dass die Band nichts dem Zufall überließ. Simone Simons überzeugte dabei mit einer Mischung aus opernhafter Klarheit und emotionaler Tiefe.

Das Set bot eine ausgewogene Mischung aus Klassikern und neueren Stücken: „Unleashed“, „Never Enough“ und „Cry for the Moon“ sorgten für lautstarke Reaktionen im Publikum. Ein besonderer Moment entstand bei „Sirens – Of Blood and Water“, als Charlotte Wessels und Elize Ryd gemeinsam mit Epica auf der Bühne standen – ein seltenes Zusammentreffen dreier markanter Stimmen, das für Gänsehaut sorgte.

Mit „The Grand Saga of Existence“, eingeleitet durch ein Piano-Intro mit Anspielungen auf Amaranthes „Amaranthine“, schlug die Band geschickt die Brücke zum Headliner. Der kraftvolle Abschluss mit „Beyond the Matrix“ ließ das Publikum elektrisiert zurück.

Amaranthe: Energiegeladener Höhenflug

Als schließlich Amaranthe die Bühne betraten, war die Halle bereits auf Betriebstemperatur – und die Band nutzte diese Energie von der ersten Sekunde an. „Fearless“ und „Viral“ eröffneten ein Set, das von kompromissloser Eingängigkeit und enormer Bühnenpräsenz geprägt war.

Die drei Vocals – allen voran Elize Ryd – harmonierten perfekt zwischen Clean-Gesang, harschen Growls und elektronischen Elementen. Songs wie „Digital World“, „Damnation Flame“ und „Maximize“ verwandelten die Jahrhunderthalle in einen pulsierenden Klangraum.

Mit „Amaranthine“ und „The Nexus“ erreichte das Set seinen emotionalen und melodischen Höhepunkt, während „Call Out My Name“ die Spannung vor dem Encore aufrechterhielt. Die Zugabe ließ keine Wünsche offen: „Archangel“, „That Song“ – inklusive eingestreuter „We Will Rock You“-Momente – und schließlich „Drop Dead Cynical“ sorgten für einen euphorischen Abschluss.

Der Abend in der Jahrhunderthalle Frankfurt war mehr als nur ein Konzert – er war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie vielfältig und lebendig moderner Metal sein kann. Drei Acts, die jeweils ihren eigenen Stil verkörpern, verschmolzen zu einem stimmigen Gesamterlebnis voller musikalischer Höhepunkte und überraschender Kollaborationen.

Ein Abend, der zeigt: Die Zukunft des Symphonic Metal ist nicht nur gesichert – sie ist strahlend.

Bilder und Text by Jan Heesch

Charlotte Wessels

Epica

Amaranthe

- Anzeige -spot_img

Neuste Artikel