Elke Brauweiler neue EP – Grün und Blau

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Für kurze Momente wird alles von Licht erfüllt
Es gibt da eine Erkennungsmelodie, und es ist immer jene, die Elke Brauweiler singt. Denn im Herzen ihrer neuen EP „Grün und Blau“ ist es so, wie es schon immer war: Die Melodien meint man aufgrund der Tiefe und Schönheit wiederzuerkennen, sie schon mal gehört zu haben. Dabei ist es Brauweilers Stimme, die man wiedererkennt und in ihr all die wunderbaren Lieder, die sie in den letzten dreißig Jahren veröffentlicht hat. Mit der EP „Grün und Blau“ kommen jetzt fünf neue hinzu, drei eigene Stücke und zwei Cover-Versionen, Hildegard Knefs „Im 80. Stockwerk“ sowie „Heut Nacht“ von Spliff.

Wer ihre frühere Band, das Duo Paula, vermisst, darf sich freuen, denn vier der fünf Lieder hat Brauweiler mit ihrem damaligen Partner Berend Intelmann arrangiert und produziert. Dass es sich dabei um eine kreative und keine Marketing-Entscheidung handelt, ist vom ersten Ton an klar. Mühelos verstehen es beide, alte Stärken mit modernen Impulsen zu vermengen, als würden die Lieder während ihrer Dauer in einer Zeitmaschine in alle Richtungen aufbrechen. Auch das von Brauweiler-Webgebleiter Moe Jaksch herrlich karg und dennoch voller Samt produzierte Spliff-Cover „Heut Nacht“ reiht sich da klanglich nahtlos ein.

Ein bisschen ist es, als würde hier die dunkle Nacht einer Stadt vertont werden, die die Zeiten widerspiegelt. Modern, minimalistisch, melancholisch, dystopisch, gleichzeitig kalt und warm, aufregend und abgeklärt. Und immer wieder steigt man von nassen, schwarzen Straßen durch surrende Kabel mit Brauweilers Stimme durch die Wolken und für kurze Momente wird alles von Licht erfüllt. Ob bei dem programmatischen „Dunkle Welt“, dem ebenso perfekt betitelten „Grün und Blau“ oder dem Melodie-Widerhaken „Ich treff dich“.

An einer so souverän reduzierten und doch unglaublich üppigen Fahrt durch die nahende Zukunft mit einem Kofferraum voll Vergangenheit und Engelschören aus den Lautsprechern nimmt man selten teil.
Man muss das Weglassen können, damit viel übrigbleibt.
Nochmal, bitte. (Text: Tobias Friedrich)

Elke Brauweiler kennt man aus verschiedensten musikalischen Zusammenhängen in der deutschen Popmusik. Sie sang unter anderem für Katja Werker, Bernd Begemann, Olli Schulz oder Bosse, spielte Bratsche für Niels Frevert, arrangierte Steicher für The Boss Hoss. Vor allem kennt man sie aber über ihren Single-Smash „Als es Passierte“, der zum Jahrtausendwechsel zum Sommerhit avancierte und ihre Band Paula zur damaligen It-Band machte. Als Paula veröffentlichte sie sechs Alben, wurde zweifach für den Echo nominiert und feierte mit ihrem anderen zeitgleichen Projekt Commercial Breakup große Erfolge mit den Singles „Bizarre Love Triangle“ und „Walking Back Home“. Nach ausgiebigen Touren als Bratschistin und Mitglied des Projektes The String Theory zusammen mit Jose Gonzalez, dem Release eines französischen Coveralbums und einem deutschen Singer- Songwriter- Soloalbum und einer Reihe von deutschen Coverversionen kehrt sie nun mit dem Album „Grün und Blau“ zurück.

Bild: Brauweiler Elke © Credit Dania Uwa

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