Judas Priest live auf der Loreley Freilichtbühne 2026 mit Dominum und Thundermother bei einem großen Heavy-Metal-Konzert

Judas Priest entfesseln ein Metal-Gewitter auf der Loreley

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Ein paar Gitarrenakkorde reichen, dann ist klar, warum dieser Abend etwas Besonderes werden würde. Hoch über dem Rhein traf am 23. August 2026 eine der prägendsten Heavy-Metal-Bands überhaupt auf eine der spektakulärsten Open-Air-Kulissen Deutschlands: Judas Priest machten mit ihrer „Faithkeepers 2026“-Tour Station auf der Freilichtbühne Loreley. Mit Thundermother und Dominum standen zuvor zwei Special Guests auf der Bühne, die unterschiedlicher kaum sein konnten und trotzdem hervorragend in diesen Abend passten.

Thundermother eröffnen mit schnörkellosem Hard Rock

Den Anfang machten Thundermother. Die Schwedinnen brauchten keine lange Anlaufphase und legten direkt mit „Thunderous“ los. Danach folgten unter anderem „Loud and Free“„The Road Is Ours“„Take the Power“ und „Dog From Hell“. Rund 50 Minuten lang stand schnörkelloser Hard Rock im Mittelpunkt.

Gitarren nach vorne, Köpfe runter, los.

Genau diese Direktheit funktionierte auf der Loreley. Thundermother spielten nicht den vorsichtigen Opener, sondern nutzten ihre Zeit, um das Publikum früh in Bewegung zu bringen. Bei „Hellevator“ und dem abschließenden „Driving in Style“ war längst klar, dass hier niemand nur auf den Headliner wartete.

Dominum verwandeln die Loreley in eine Horror-Metal-Show

Danach wurde es deutlich düsterer.

Dominum betraten die Bühne und zogen das Publikum in ihre Welt aus Metal, Horrorästhetik und schwarzem Humor. Mit Songs wie „Danger Danger“„Killed by Life“„The Dead Don’t Die“„Frankenstein“ und „Nosferatu“bekam der Abend eine völlig andere Farbe. Selbst Michael Jacksons „Thriller“ fand seinen Weg ins Set.

Das Ganze wirkte bewusst theatralisch, nahm sich aber nie zu ernst. Genau das macht Dominum live interessant. Zwischen morbiden Bildern und harten Gitarren blieb genug Augenzwinkern, um aus der Show keine bierernste Horrorveranstaltung werden zu lassen.

Mit „Immortalis Dominum“ war schließlich Schluss.

Jetzt wartete alles auf Priest.

Judas Priest lassen mit „You’ve Got Another Thing Comin’“ keine Zweifel

Kurz vor 21 Uhr wurde es ernst. Nach „War Pigs“ von Black Sabbath vom Band und dem Faithkeepers-Introbetraten Judas Priest die Bühne.

Dann dieses Riff.

„You’ve Got Another Thing Comin’“ eröffnete das eigentliche Set und brachte die Loreley praktisch sofort auf Temperatur. Direkt dahinter folgten „Metal Gods“ und „Breaking the Law“. Drei Songs, bei denen kaum jemand erklären muss, wann mitgesungen werden soll.

Rob Halford stand im Mittelpunkt, aber Judas Priest funktionieren weiterhin als komplette Band. Die Gitarren sägten durch die Nacht, der Rhythmus drückte und über allem lag diese Stimme, die seit Jahrzehnten zu den unverwechselbarsten im Heavy Metal gehört.

Von „The Ripper“ bis „Turbo Lover“ durch Jahrzehnte Metal

Die Setlist war kein Ausflug in eine einzige Phase der Bandgeschichte. Judas Priest griffen tief ins eigene Archiv.

„The Ripper“„The Sentinel“ und „Desert Plains“ bedienten die Old-School-Fraktion. Mit „Lightning Strike“ vom Album „Firepower“ und „Panic Attack“ aus der jüngeren Bandgeschichte zeigte die Gruppe gleichzeitig, dass sie ihre Gegenwart nicht ausblendet.

Dann „Turbo Lover“.

Der Song braucht live kaum Hilfe. Das Publikum kennt den Rhythmus, die Gitarrenlinie und natürlich den Refrain. Die Hände gingen hoch, die ersten Reihen gröhlten mit. Wenig später folgten „Steeler“ und „Delivering the Goods“.

Metal-Geschichte ohne Museumsgefühl.

„Victim of Changes“ zeigt Halfords ganze Klasse

Einer der stärksten Momente folgte mit „Victim of Changes“.

Hier bekam Rob Halford noch einmal genügend Raum, um zu zeigen, warum sein Gesang so eng mit dem Sound von Judas Priest verbunden ist. Von tiefen Passagen bis zu den hohen Screams sitzt diese Stimme irgendwo zwischen kontrollierter Kraft und völligem Wahnsinn.

Und die Loreley hörte genau hin.

Mit „Halls of Valhalla“ ging es anschließend weiter, bevor ein Video-Intro ankündigte, was nun kommen musste.

„Painkiller“.

„Painkiller“ wird zur Abrissbirne über dem Rhein

Keine Schonfrist.

Der Song schlug mit voller Wucht ein. Schlagzeug, Gitarren, Halford. Alles auf Anschlag. Vor der Bühne flogen die Haare, Fäuste gingen hoch und die Loreley zeigte noch einmal, wie viel Energie nach einem langen Konzertabend übrig war.

Danach erklang „The Hellion“ als Intro vom Band, unmittelbar gefolgt von „Electric Eye“. Das gehört zusammen. Und live funktioniert diese Kombination immer noch verdammt gut.

Mit „Hell Bent for Leather“ durfte anschließend eines der großen Markenzeichen der Priest-Historie nicht fehlen. Leder, Nieten, Heavy Metal. Klischee? Natürlich. Aber Judas Priest haben einen guten Teil dieser Bildsprache selbst geprägt.

Dann kam der letzte Song.

„Living After Midnight“ vereint die ganze Loreley

Bei „Living After Midnight“ gab es keinen Unterschied mehr zwischen Fans, die Judas Priest seit den 70ern begleiten, und jenen, die die Band erst viel später entdeckt haben.

Der Refrain gehörte allen.

Noch einmal sang die komplette Freilichtbühne mit, bevor nach rund 95 Minuten Konzert endgültig Schluss war. Als Outro lief „We Are the Champions“ von Queen vom Band.

Thundermother hatten den Abend mit ehrlichem Hard Rock eröffnet. Dominum brachten Horror und moderne Metal-Inszenierung dazu. Und Judas Priest zeigten anschließend, warum ihre Songs auch nach Jahrzehnten noch nicht nach Vergangenheit klingen.

Die Loreley über dem Rhein war dafür die passende Kulisse. Felsen, Dunkelheit, schwere Gitarren.

Mehr Metal braucht man manchmal nicht.

Setlist Judas Priest – Loreley 23. August 2026

  1. You’ve Got Another Thing Comin‘
  2. Metal Gods
  3. Breaking the Law
  4. The Ripper
  5. The Sentinel
  6. Desert Plains
  7. Lightning Strike
  8. Turbo Lover
  9. Steeler
  10. Delivering the Goods
  11. Panic Attack
  12. Victim of Changes
  13. Halls of Valhalla
  14. Painkiller
  15. Electric Eye
  16. Hell Bent for Leather
  17. Living After Midnight

Text & Foto © Jan Heesch

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