Stadtklinik Frankenthal: Eigener Zukunftsansatz wird weiter konkretisiert

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Konstruktives Gespräch mit Gesundheitsminister Hoch – Frankenthal bringt kooperativen Ansatz in weitere Beratungen ein – Ziel ist langfristige Planungssicherheit für Klinik, Beschäftigte und Region

Die Stadt Frankenthal und die Stadtklinik treiben die Arbeiten an einer langfristigen medizinischen, strukturellen und wirtschaftlichen Perspektive für den Krankenhausstandort weiter voran. Im Mittelpunkt steht ein kooperativer Ansatz für eine leistungsfähige Grundversorgung, der stationäre und ambulante Angebote stärker miteinander verzahnt, Kooperationen mit anderen medizinischen Leistungserbringern weiterentwickelt und zugleich die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Standortes in den Blick nimmt.

In einem konstruktiven Gespräch mit Gesundheitsminister Clemens Hoch und den zuständigen Fachstellen des Landes haben Oberbürgermeister und Krankenhausdezernent Dr. Nicolas Meyer und der Kaufmännische Direktor der Stadtklinik, Dr. Andor Toth, vereinbart, dass Frankenthal seine Überlegungen nun zu einem konkreten Gesamtkonzept weiterentwickelt und dieses in die weiteren Beratungen mit dem Land über die langfristige Ausgestaltung des Krankenhausstandortes einbringt. Damit wird der bereits eingeschlagene Entwicklungsweg der Stadtklinik unter Berücksichtigung der neuen Rahmenbedingungen der Krankenhausreform weiter konkretisiert.

„Die Weiterentwicklung unserer Stadtklinik beschäftigt uns nicht erst seit den aktuellen Entscheidungen zur Krankenhausreform“, erklärt Oberbürgermeister und Krankenhausdezernent Dr. Nicolas Meyer. „Wir haben bereits zuvor an der wirtschaftlichen Stabilisierung, der Ambulantisierung, an Kooperationen und an der zukünftigen medizinischen Ausrichtung gearbeitet. Die inzwischen konkreter gewordenen Vorstellungen des Landes zur langfristigen Entwicklung unseres Standortes müssen wir nun in diese Überlegungen einbeziehen. Dr. Toth und ich konnten im Gespräch erreichen, dass wir daraus unseren eigenen, auf Frankenthal und die Region zugeschnittenen Vorschlag entwickeln und in die weiteren Beratungen mit dem Land einbringen können. Diese Möglichkeit werden wir zügig nutzen.“

Ziel ist es, eine leistungsfähige wohnortnahe Grundversorgung für Frankenthal und die Region mit Ambulantisierung, Kooperation und wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu verbinden. Eine besondere Bedeutung haben dabei verlässliche Strukturen für die Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten sowie eine sinnvolle Verzahnung stationärer und ambulanter Angebote.

„Wir wollen unsere bisherigen Überlegungen jetzt zügig zu einem schlüssigen Gesamtkonzept weiterentwickeln“, so Meyer. „Dabei geht es um eine langfristig tragfähige Perspektive für unseren Krankenhausstandort und die medizinische Versorgung der Menschen in Frankenthal und der Region. Diesen Vorschlag wollen wir fundiert ausarbeiten und anschließend mit dem Land weiter beraten.“

Am 30. September wurden die Eckpunkte dieses Ansatzes in einem Workshop mit den Mitgliedern des Krankenhausausschusses beraten. Dabei wurden ausdrücklich noch keine Entscheidungen getroffen. Vielmehr ging es darum, gemeinsam Chancen und Potenziale für die zukünftige Ausrichtung unserer Stadtklinik zu identifizieren und mögliche Wege zu diskutieren.

Die Ergebnisse dieses ersten Austauschs werden nun weiter geprüft und konkretisiert. Anschließend sollen die Ergebnisse zügig in die weitere Konzeptarbeit einfließen und dem Gesundheitsministerium vorgelegt werden

„Wir wollen den jetzt eröffneten Raum für unsere eigenen Überlegungen schnell nutzen“, erklärt Meyer. „Unser Ziel ist möglichst bald eine belastbare langfristige Perspektive und damit mehr Planungssicherheit – für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Stadtklinik als Krankenhausstandort und für die medizinische Versorgung der Menschen in Frankenthal und der gesamten Region.“

Für 2027 weitgehende Kontinuität

Von der langfristigen Entwicklung des Standortes zu unterscheiden ist die Krankenhausplanung für das kommende Jahr. Nach dem bislang vorliegenden Anhörungsentwurf des Landes soll die Stadtklinik zum 1. Januar 2027 weiterhin als Krankenhaus der Regelversorgung geführt werden. Vorgesehen sind elf Leistungsgruppen; Zentrale Notaufnahme, Intensivmedizin und Geburtshilfe bleiben nach dem bisherigen Planungsstand bestehen. Nach Auswertung durch die Klinikleitung können damit rund 95 Prozent des bisherigen Fallgeschehens weiterhin abgebildet werden. Der Anhörungsentwurf sieht die Stadtklinik ausdrücklich weiterhin als Krankenhaus der Regelversorgung vor. 

Zu weiteren beantragten Leistungsgruppen hat die Stadtklinik im Anhörungsverfahren ausführlich Stellung genommen. Hier bleiben die endgültigen Feststellungsbescheide des Landes abzuwarten und anschließend sorgfältig auszuwerten.

„Für 2027 besteht damit nach dem bisherigen Planungsstand eine weitgehende Kontinuität unserer medizinischen Versorgung“, erklärt Meyer. „Das ist gerade für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Patientinnen und Patienten eine wichtige Botschaft. Gleichzeitig wollen wir die Gespräche über die langfristige Perspektive jetzt zügig weiterführen.“

Kommunaler Eigenbetrieb mit unmittelbarer Verantwortung der Stadt

Eine Besonderheit des Frankenthaler Krankenhausstandortes ist seine kommunale Struktur. Die Stadtklinik wird als Eigenbetrieb der Stadt Frankenthal geführt. Trägerin des Krankenhauses ist damit unmittelbar die Stadt. Anders als bei rechtlich selbstständigen Krankenhausgesellschaften ist die Stadt nicht lediglich Gesellschafterin einer Krankenhaus-GmbH, sondern trägt als Kommune unmittelbar Verantwortung für ihren Eigenbetrieb.

Wirtschaftliche Stabilisierung und erhebliche Investitionen

Die Stadtklinik hat in den vergangenen Jahren zugleich erhebliche Schritte zu ihrer wirtschaftlichen Stabilisierung unternommen. Das Defizit konnte deutlich reduziert werden und liegt nach der aktuellen Prognose bei unter vier Millionen Euro. Der eingeschlagene Konsolidierungskurs soll konsequent fortgeführt werden.

Parallel haben Stadt und Land erheblich in die Zukunft des Standortes investiert. Erst im März 2026 wurde der Erweiterungsbau der Stadtklinik eröffnet. Das Gesamtvolumen beträgt mehr als 51 Millionen Euro; mehr als 36 Millionen Euro davon wurden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert. Der Erweiterungsbau umfasst 111 stationäre Betten und 20 tagesklinische Plätze. 

Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Zentrale Notaufnahme, der OP-Bereich, die Intensivstation und weitere medizinische Funktionsbereiche modernisiert. Auch der Investitionspfad wird fortgesetzt: Das Land hat für 2026 weitere Fördermittel für die Generalsanierung der Stadtklinik sowie für die geplante psychiatrische Tagesklinik in Limburgerhof vorgesehen.

„Wir reden deshalb über die Zukunft eines Krankenhausstandortes, der sich bereits mitten in einem Veränderungsprozess befindet“, betont Meyer. „Wir haben die wirtschaftliche Entwicklung erheblich verbessert, moderne medizinische Strukturen geschaffen und gemeinsam mit dem Land in erheblichem Umfang in diesen Standort investiert. Auf diesem Fundament wollen wir weiterarbeiten.“

Ambulantisierung bereits eingeleitet

Auch die stärkere Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung ist bereits Bestandteil der Entwicklung der Stadtklinik. Mit dem Medizinischen Versorgungszentrum werden ambulante Versorgungsangebote ausgebaut und stärker mit den stationären Strukturen verbunden. Dazu gehört auch der Ausbau der hausärztlichen Versorgung mit zwei Fachärztinnen für Innere Medizin.

Ambulantisierung, Kooperation und eine bessere Verzahnung der verschiedenen Versorgungsbereiche sind damit für Stadt und Klinikleitung keine erst durch die aktuelle Krankenhausreform entstandenen Themen, sondern bereits Bestandteil des eingeschlagenen Entwicklungskurses.

„Wir beginnen bei der Weiterentwicklung unseres Standortes nicht bei null“, so Meyer. „Wir haben bereits wichtige Veränderungen eingeleitet. Diese Entwicklung wollen wir jetzt konsequent weiterführen und gemeinsam mit dem Land in eine langfristig tragfähige Perspektive überführen.“

Für Stadt und Klinikleitung gehört zu dieser Betrachtung ausdrücklich auch die regionale Versorgungsfunktion der Stadtklinik. Das Krankenhaus versorgt nicht nur Menschen aus Frankenthal, sondern auch zahlreiche Patientinnen und Patienten aus dem Umland, insbesondere aus dem nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis. Auch aus der Region ist deshalb Unterstützung für den Erhalt leistungsfähiger Strukturen der Grund- und Regelversorgung am Standort Frankenthal deutlich geworden.

Gerade die Notfallversorgung kann dabei nicht isoliert für einen einzelnen Krankenhausstandort betrachtet werden. Veränderungen wirken sich auf Patientenwege, Rettungsdienststrukturen und die Inanspruchnahme benachbarter Krankenhäuser aus. Eine aktuelle externe Analyse zu den geplanten Veränderungen der Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz weist für das untersuchte Szenario ebenfalls auf längere Fahrzeiten zur jeweils nächsten Notaufnahme hin. Für Frankenthal errechnet die Untersuchung eine durchschnittliche Veränderung von 6,7 Minuten, für den Rhein-Pfalz-Kreis von 1,5 Minuten. Dabei handelt es sich um eine externe Modellrechnung und nicht um eine amtliche Statistik des Landes.

Für Stadt und Klinikleitung unterstreicht dies die Notwendigkeit, die langfristige Entwicklung des Frankenthaler Standortes nicht allein innerhalb der Stadtgrenzen, sondern im Zusammenhang mit den Versorgungsstrukturen der gesamten Region zu betrachten.

„Planungssicherheit brauchen nicht nur die Stadt und die Stadtklinik“, betont Meyer. „Sie ist vor allem für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig. Und sie ist für die Menschen in Frankenthal und der gesamten Region wichtig, die wissen müssen, auf welche medizinischen Strukturen sie sich langfristig verlassen können.“

Stadt und Klinikleitung werden die politischen Gremien sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtklinik über die weiteren Schritte fortlaufend informieren.

Foto_Pressestelle FT, Sebastian Weindel

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