Montag 28. November 2022

George Adnil – Passing Clouds

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Nadia Boulanger, die Grande Dame des 20. Jahrhundert Musikleben, charakterisierte George Adnil aka Dirk Joeres als „einen vollendeten Musiker mit charismatischer Bühnenpräsenz“. Der gebürtige Bonner studierte Klavier, Dirigieren und Komposition in Berlin, Köln, London und Paris und erhielt wichtige Impulse von Nadia Boulanger und Bruno Seidlhofer. 1972 trat er ins Rampenlicht, als er beim Internationalen Klavierwettbewerb in Vercelli den ersten Preis gewann und kurzfristig ein Rezital des erkrankten Claudio Arrau mit sensationellem Erfolg übernahm. Bald darauf folgten Engagements mit renommierten Orchestern sowie wiederholte Auftritte bei Festivals wie den Berliner Festwochen, Klavierfestival Ruhr oder Prager Frühling.

Die Musikpresse bezeichnete ihn als „sensiblen Tastendichter“ und „nachdenklichen Musiker“, um Joachim Kaiser zu zitieren, der sein „Gespür für raumgreifende Phrasierung, für musikalische Einsicht“ betonte (Süddeutsche Zeitung, München).
 
1983 weitete Dirk Joeres seine Tätigkeit auf das Dirigieren aus und wurde 1987 zum künstlerischen Leiter der Westdeutschen Sinfonia ernannt. Joeres tritt regelmäßig als Gastdirigent bei Orchestern wie dem Londoner Royal Philharmonic Orchestra auf, das ihn 2007 zum ständigen Gastdirigenten ernannte. Sowohl das Royal Philharmonic als auch die Sinfonia führte er zu internationalen Festivals (Beethovenfest Bonn, Budapest, Cheltenham, Brucknerfest Linz, Schleswig-Holstein) und tourte mit ihnen durch Europa und die USA.
 
Seine weitreichenden musikalischen Interessen führten Dirk Joeres dazu, innovative Wege zu erkunden, um klassische Musik in der heutigen Welt zu präsentieren. 2008 konzipierte er den „KlassikSonntag!“ Reihe, die von der deutschen Presse als „ein faszinierendes Konzept zur Vertiefung des Verständnisses klassischer Musik“ gepriesen wurde. Dieses einzigartige Ganztagesformat genießt mittlerweile Kultstatus.
 
In der Vergangenheit kuratierte Dirk Joeres thematische Musikfestivals wie „Music from Great Britain“, „Johannes Brahms: The Early Years“ und „Music from St. Petersburg“. 2002 initiierte er das jährlich stattfindende „Dreiklang“-Festival, das eine anspruchsvolle Verbindung von Musik, Literatur und Philosophie verbindet.
 
Sowohl die Solo- als auch die Orchesteraufnahmen von Dirk Joeres haben hervorragende Bewertungen in der internationalen Musikpresse erhalten: Record of the Month in den USA („Brahms and Friends“), Gramophone’s Critic’s Choice (Brahms Serenades with the Westdeutsche Sinfonia) und Pizzicato’s Supersonic Award for a Schumann-CD mit dem Royal Philharmonic Orchestra.

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