Mittwoch 1. Februar 2023

7ONA LEE mit Debütsingle vom ersten Album „Fever Dreams“

Genre: INDIE-POP

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7ONA LEEs Debütsingle „Again“ beleuchtet als satirischer Gute-Laune-Song die Absurdität des Nachrichten-Schreibens. Das 3:04-minütige Manifest beschreibt eindimensionale Frustrationen, zweidimensionale Charaktere und drei Gründe, die darauf hindeuten, dass Dating gecancelt ist.

LEE ist immer wieder beeindruckt und eingeschüchtert von der Pluralität der Identität. Seine Jugend war geprägt von der amerikanischen Metropole und an die unbefestigten Wege des niederländischen Ackerlandes gebunden. Er kam nach Hause zu einer jüdischen New Yorker Mutter, sein bester Freund war ein gläubiger Christ, seine Lieblingsmusik eine Mischung aus Klassik und Rock. Erwartungsgemäß wollte die Stadt, in der er lebte, nichts davon hören. Als Kind konnte er nur von der Flucht träumen, und so tauschte er die Probleme der Gegenwart gegen Sehnsüchte nach der Zukunft.

Die Musik von 7ONA LEE klang nach Retro-Americana. Seine Besessenheit von der E-Gitarre ebnete den Weg zu einem Sound, der an die Queens of the Stone Age, die Doobie Brothers und Hall & Oates erinnerte. 

Seine Ankunft in Berlin war ein Fiebertraum.

Die Musikszene der Stadt ist ebenso heiter wie flüchtig: Man trifft tausend Leute, die man versucht, nicht zu erkennen. Freund*innen werden gegen Bekannte ausgetauscht, Persönlichkeiten gegen Status. Wie Björk schrieb: „There’s no one here, and people everywhere“. Gesellschaft war rar, was ihn zwang, sich an das Versprechen des Greifbaren festzuklammern: seine Gitarre. Die Musik eröffnete ihm neue Möglichkeiten. LEE wurde zum Go-to-Gitarristen und -Bassisten im Studio 9, einem Ort, der von aufstrebenden Musiker*innen frequentiert wurde. Während seiner Zeit dort hatte er Sessions mit Künstler*innen wie Carlo Karacho, Dilla, Benzii, Leepa, TimmyT und vielen anderen.

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Techno-Kick-Drums, House-Melodien, drückende Vocals und eine provokante E-Gitarre bildeten das Fundament seiner Arbeit. Die Songs sind stark inspiriert von The Garden, Sweely, Radiohead und Jamiroquai. Es musste unbedingt tanzbar und echt sein. 

Knapp ein Jahr später musste Studio 9 schließen. 7ONA LEE fiel zurück. Die Leute, die er kennengelernt hatte, lebten jetzt ihre Karrieren. Er nicht. Seine Beziehungen wurden distanziert, unbekannt und unantastbar. Depressionen herrschten in einer mit Prozac und Alkohol befestigten Burg; Nichts war mehr gut genug und auch nicht er selbst.

Das Jahr verbrachte er damit, Open Mics zu besuchen, Live-Auftritte und unbezahlte Gigs zu spielen. Die Leute sangen immer mit – er wusste nicht, warum. 

Viele Monate waren vergangen und er lernte langsam wieder, sein Handwerk zu lieben. Im Frühling war der Schnee getaut und LEE konnte schreiben. Seine Erfahrungen, die zuvor von Traurigkeit geprägt waren, wurden reflektiert. Empathie und Parodie bestimmten nun seine Lyrik. Er beschloss, dass seine Botschaft nicht mehr viel bedeuten musste, sondern nur noch genug, um etwas zu bedeuten. Sein kommendes Album „Fever Dreams“ tut genau das. Das Werk bietet eine Schulter zum Anlehnen, einen Traum, an dem man sich festhalten kann, und eine Sehnsucht zum Umarmen.

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