„Nichts ist jemals sicher“
Es ist ein Ideal der Aufklärung: Der selbstbestimmte Mensch, der sich seines eigenen Verstandes bedient und sich autonom entscheidet. Vernunftbasiert, überzeugt, frei von Angst und Zwängen. Unsere Zeit setzt dem Ideal die traurige Realität entgegen: Abhängigkeiten aller Orten, falsche Propheten, meinungsmachende Rattenfänger, vor Wut blinde Führer und Verführer. Es ist eine Realität, der man sich entgegenstemmen muss, mit allem, was man hat. LARRIKINS machen dies laut, mit ihrem neuen Album „Nichts ist jemals sicher“. Mit Punk zurück zu Kant. Für den Sieg des Ideals über die Dystopie.
»Nichts ist jemals sicher« – es klingt fast ein wenig plakativ. Aber es ist, wie es ist: Jeder Tag, jeder Song ist wichtig im Ringen um eine Zukunft, die besser ist als das Jetzt. Ehemalige Gewissheiten sind zerbröckelt oder explodiert. Eine starke Punkplatte in der Hand ist da schon viel wert. Mindestens als Selbstermächtigung, weiter zu machen. LARRIKINS liefern heute ihr Meisterstück ab.
Gleich 16 Songs bilden auf „Nichts ist jemals sicher“ eine Brandmauer gegen die lodernde Unvernunft, den stetig glimmenden Wahnsinn, in den ein menschenverachtendes System den Menschen zwingt und gegen die entfesselte Angst vor oder um irgendetwas, die wahlweise lähmt oder rasend macht.
LARRIKINS
Nichts ist jemals sicher
Label: ℗© 2024 Dackelton Records
VÖ: 31.01.2025
Genre: Punk
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Das Leitmotiv des Albums ist der Kampf des Menschen im Hamsterrad. Das dauernde Rennen in einer Spirale, die dich lange um dich selbst kreisen lässt, am Ende aber sicher nach unten führt. Es ist ein bisschen so, wie die sterbende Fliege an dem ekelhaft klebenden Fliegenfänger in der Küche der Zweiraumwohnung. Sie surrt bis zum Tod und man hat eben nur so lange Mitleid, wie sie surrt. Minuten später ist sie für immer stumm und ihre Existenz vergessen. Zwischen Turbokapitalismus und Schnelllebigkeit. Doch Existenzen sind unvergesslich, außer sie schwinden aus deiner Beobachtung. Es lohnt sich, den Schritt aus dem Rad zu machen. Oder denen die Hand zu reichen, die darin gefangen sind.
Die Bilder auf „Nichts ist jemals sicher“ sind detailliert gemalt, die Gesetze geschrieben und musikalisch setzt man nochmal einen drauf. Metallisch groovend, punk-rotzig und manchmal sogar poppig aufblühend geht es einmal mehr ganz tief in den Scherbenhaufen des gesellschaftlichen Spiegelbildes. Ein psychologisches Abziehbild unserer selbst. Der Kampf um das Morgen ist hart, aber er lohnt sich. Denn er ist so nötig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Salz in der Wunde, die das manische Weiterzappen während des Weltuntergangs an den Fingern hinterlässt? Bekommst du! Einen Therapeuten zur Reparatur deines kaputten Ichs? Sind wir! Bruder und Schwester in deinen besten und schwersten Stunden? Kipp noch ’nen Korn ein!
(c) Till Erdenberger