AUS ERINNERUNG WIRD GEGENWART. 25 JAHRE LAITH AL-DEEN IM NEUEN GEWAND 

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Mit „25 – Best Of“ blickt Laith Al-Deen auf ein Vierteljahrhundert Musikgeschichte zurück. Doch statt einer klassischen Rückschau entstanden komplett neue Interpretationen seiner bekanntesten Songs. Gemeinsam mit Band, Streichern und Bläsern wurden vertraute Titel neu arrangiert und neu aufgenommen. Wir sprechen über kreative Entscheidungen, persönliche Entwicklungen und die Frage, wie sich 25 Jahre Musik heute anfühlen.

Viele Künstler veröffentlichen zum Jubiläum eine klassische Best-Of-Sammlung. Warum war für dich schnell klar, dass du deine Songs komplett neu aufnehmen möchtest? 

Weil ich mir viele Songs schon länger in einer Version mit Band gewünscht habe, die an die Liveauftritte angelehnt sind. Ein Song, der 20 Jahre gereift ist, hat durchaus Potenzial zur Veränderung.

Gab es einen Moment während der Arbeit an „25 – Best Of“, in dem du einen deiner eigenen Songs plötzlich mit völlig anderen Ohren gehört hast? 

Die Jubiläumsversion von „Leb den Tag“ basiert auf einem großartigen, getragenen Bläserarrangement, welches der Nummer deutlich mehr Tiefe vermittelt, bzw. der Kompositionen mehr Raum lässt. Mich holt die Version nach all den Jahren wieder auf einer anderen Ebene extrem ab.

Welche Titel haben sich für die Neuinterpretation besonders angeboten und welche Songs haben euch im Studio überraschend viele Herausforderungen bereitet? 

Alles begann mit einem Fan-Voting, bei dem sich ein großer Teil der Auswahl mit meinen Wunschkandidaten deckte und dadurch sind wir schnell zu einer umfangreichen Liste gekommen. Doch gerade für die neueren Titel war es eine Herausforderung, weil ich kaum Drang zur Veränderung spürte und wir die Lieder natürlich nicht einfach eins zu eins aufnehmen wollten.

Die neuen Versionen von „Alles an dir“ und „Mit mir“ wirken deutlich reifer und teilweise sehr viel intimer. Wie habt ihr entschieden, welche Richtung ein Song einschlagen soll? 

Ausschlaggebend war zum einen der Austausch mit dem Produzenten Florian Sitzmann, der genügend Abstand zu den Songs hatte, um überraschende Vorschläge zu machen und zum anderen die 25 Jahre Bühnenerfahrung mit der Band, mit der ich in der Vergangenheit schon viele Songs umgebaut habe.

Deine Stimme hat über die Jahre nichts von ihrer Wiedererkennbarkeit verloren. Wie hat sich dein Verhältnis zum Singen und zum Ausdruck deiner Songs verändert? 

Vielen Dank erstmal! Früher war die technische Umsetzung für mich wichtiger, z.B. dass alles möglichst perfekt intoniert ist und heute möchte ich gerade die alten Titel hauptsächlich fühlen, auch wenn dies tonale Ungenauigkeiten zur Folge hat. Man soll die „Lebenskerben“ gerne hören.

Auf dem Album treffen Band, Streicher und Bläser aufeinander. Welche Rolle spielte die Live-Dynamik bei der Entwicklung der neuen Arrangements? 

Die Erfahrungen der Liveauftritte fließen unmittelbar in die neuen Versionen ein, da wir manche gelernte Energie als ein Klangkörper gar nicht mehr abstellen können. Manche Songs haben einen Spannungsbogen, der sich durch jede Veränderung im Arrangement durchzieht. Von dieser guten Energie lebt das Album zu großen Teilen.

Wenn du heute auf Songs wie „Bilder von dir“ oder „Dein Lied“ blickst, was entdeckt der heutige Laith Al-Deen darin, was der junge Laith damals vielleicht noch nicht sehen konnte? 

Unter anderem, dass der Sound, den wir damals geschaffen haben, ziemlich zeitlos ist. Auch verstehe ich heute besser, warum Teile dieses Sound für andere Produktionen als Vorlage diente. Genauso bin ich aber auch froh, dass sich das mit der deutlichen Aussprache in deutschsprachiger Musik schon länger relativiert hat.

Nach elf Studioalben und rund 25 Jahren Karriere. Was hat sich in der Musikbranche am stärksten verändert und was ist für dich bis heute unverzichtbar geblieben? 

Aus meiner Sicht hat sich die Kosten – Nutzen – Struktur eines Albums am meisten verändert. Viele Künstler veröffentlichen hauptsächlich Einzeltitel oder nutzen das Album hauptsächlich als Werbemittel für ihre Livekonzerte, weil sie keine Alben mehr verkaufen. Vielerorts müssen daher Kosten eingespart werden, was Musikvideos z.B. nicht unbedingt besser macht (lacht) und über den KI-Musikmarkt muss man hierbei auch sprechen. Ich glaube trotzdem daran, dass Musik, auch von KI, noch immer eine aufrichtige, authentische Energie haben muss, damit sie langfristig Bestand hat.

Direkt nach dem Albumrelease steht das große Jubiläumskonzert an. Worauf dürfen sich die Besucher musikalisch und emotional besonders freuen?

Wir haben Streicher und Bläser auf dem Album, also bringen wir das auf die Bühne. Nur so lässt sich die Vielseitigkeit des Juliläumsalbums abbilden und die Vorbereitungen sind am Laufen. Das wird sehr gut…: )

Wenn „25 – Best Of“ für dich eine Standortbestimmung ist, wohin soll die Reise nach diesem Jubiläumsjahr weitergehen? 

Ich hoffe es führt mich erstmal in Zeiten, die einem nicht ständig den Drang vermitteln, Lieder für Frieden und Hoffnung zu schreiben. Davon abgesehen, habe ich die Themen Dance und Rock über lange Jahre recht stiefmütterlich behandelt. Hier wird was gehen.

Vielen Dank für das Interview und die Zeit, die du dir für unsere Fragen genommen hast. Wir wünschen dir und deinem gesamten Team einen erfolgreichen Albumrelease, ein unvergessliches Jubiläumskonzert und weiterhin viel Inspiration für die kommenden musikalischen Kapitel. Wir freuen uns darauf, die weitere Reise von Laith Al-Deen zu begleiten.

Interview by CK 

Sehr gerne. Kann mir manche Frage noch besser im Gesprächskontext vorstellen, mit der Option, ein bisschen auszuholen. Vielleicht irgendwann mal…😉

Ich wünsche eine gute Zeit und feinstes Schwitzen under the sun. LG Laith

Laith Al-Deen Bild © Joel Heyd Rights earMUSIC

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