Montag 28. November 2022

Our Planet in der SAP Arena: Epische Schönheit, epische Gefahr

Meistgelesene Artikel

- Anzeige - spot_img

Abbrechende Gletscher, ausbrechende Vulkane, unaufhaltsame Dürren: Es sind Gefahren wie diese, die die Schönheit unserer wunderbaren Erde bedrohen – und die auch an diesem Abend der Kontraste in der Mannheimer SAP Arena bewusst nicht ausgeklammert werden. Denn auch, wenn das Konzertlebnis zu „Our Planet“ („Unser Planet“) vor allem den ästhetischen Wert einer noch intakten Welt vermittelt: Der moralische Appell bleibt nicht aus. An einem Abend, der visuell ebenso besticht wie akustisch, formt das Czech National Symphony Orchestra mit seiner grandiosen Interpretation der Klänge von Komponist Steven Price das Fundament, auf das die Videosequenzen nur noch aufsetzen müssen. Ganz, wie es auch schon der Netflix-Erfolg der 2019 erstmals erschienenen Dokumentations-Reihe zeigt, teilen sich dabei epische Schönheit und epische Gefahr die Rollen.

Auf der einen Seite vermitteln Blicke aus dem All auf eine Erde in der Schockstarre die reale Bedrohung zukünftiger Horror-Szenarien, wenn der globalen Klimaerwärmung kein Einhalt geboten wird – auf der anderen Seite tauchen gigantische Wale aus den tiefen Fluten des Meeres auf oder tragen winzige Ameisen für ihre Verhältnisse turmhohe Blätter in ihren Bau. Komponist Steven Price hatte bei seiner Eröffnungsrede direkt zu Beginn angedeutet, dass dem Publikum nach Lächeln und Staunen ebenso sein würde wie nach Weinen. Er sollte Recht behalten. Denn auch, wenn die SAP Arena an diesem Abend bei Weitem nicht ausverkauft war: Die anwesenden Gäste verließen tief bewegt einen Abend, den man nach gut zwei Stunden am Ende vor allem als Mahnung verstehen durfte, dass unbedingt bewahrt werden muss, was schon jetzt längst nicht mehr heil ist: unser Planet.

© Markus Mertens

- Anzeige -spot_img

Neuste Artikel