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Udo Lindenberg macht sein Ding in Frankfurt

Udo Lindenberg am 31.05.2022 in der Festhalle Frankfurt

Jeder der schon mal was von Udo Lindenberg gehört hat oder eines seiner Konzerte in der Vergangenheit bereits besucht hat weiß wenn dieser außergewöhnliche Künstler auf Tour geht wird es keine gewöhnlich 08/15 Show werden, so auch in der Festhalle Frankfurt. Getreu dem Motto „Bunte Republik Deutschland“ wurde das Bühnenbild stets von zahlreichen Farben, Effekten und ausufernder Dekoration geprägt.

Udo selbst bezeichnet sich als Alien in dieser Welt, passend dazu landete er zu Beginn der Show mit einer Raumkapsel auf der Bühne. Mit 75 Jahren steht er immer noch auf den Brettern die die Welt bedeuten, ausverkaufte Hallenshows wohin man sieht. Und doch ist er immer noch der Udo geblieben den man kennt und mag. Und er hat auch nicht vor zu gehen, stolz verkündete er den „Club der 100 Jährigen“ mit allen Fans gründen zu wollen und noch bis 2046 weiterzumachen. Doch wer Udo Lindenberg kennt weiß dass ein Großteil seiner Show und seiner Lieder auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen soll. Sein gespaltenes Verhältnis zu Politkern und Konzernen ist schon lange kein Geheimnis, und er scheut sich auch nicht alles laut auszusprechen was ihn in der heutigen Zeit stört. Viele der heutigen Probleme sind vor allem keine neuen Probleme die erst entstanden sind.

So sagt Udo Lindenberg zum Thema Umweltzerstörung dass es schon vor 30 Jahren darauf aufmerksam gemacht hatte und Lieder drüber geschrieben hat, nur das es den geliebten Politikern einfach egal war. So stehen die Menschen immer noch vor den gleichen Problem wie früher, nur dass langsam die Zeit abläuft. Aber nicht nur die Umweltzerstörung ist ein Thema des Abends, Gleichberechtigung unter allen Menschen ist ebenso wichtig anzusprechen. Auch die Kirche bekam an diesem Abend ihren Platz, Udo verheiratete als „Panikpriester“ 2 gleichgeschlechtliche Paare als Showeinlage mit der Aussage „ Es ist völlig egal welche Rasse, welches Geschlecht oder welche Hautfarbe ein Mensch besitzt.

Alle haben die gleichen Rechte die niemand bestreiten sollte“. Immer wieder trieb das Panikorchester mit seinen Tänzern und Tänzerinnen sein buntes Spiel, man fühlte sich schon fast wie beim Varieté bei diversen Stücken. Udo teilte wie üblich seine Bühne mit einem Kinderchor, die Frage „Wozu sind Kriege da“ blieb wie schon seit vielen Jahren immer noch aktuell und konnte noch immer nicht beantwortet werde. Udo Lindenberg positionierte sich wieder ganz klar gegen Krieg, gegen Fremdenhass, gegen politische Lügen und ihre Konsequenzen.

Er verurteilte die Politiker die immer wieder Menschen durch Kriege in den Tod schicken ohne jemals selbst beteiligt zu sein. So schickte Udo Lindenberg humorvoll gestaltete Versionen von Putin und Trump in einen Boxring damit auch sie mal kämpfen würden. Allmählich näherte sich auch dieser Abend langsam seinem Ende, und schließlich verließ Udo Lindenberg die Bühne wie er schon zuvor angekommen war. Er stieg in seine Raumkapsel und flog davon. „Bis hoffentlich sehr bald wieder“ waren seine letzten Worte bevor er gen Himmel stieg.

Setlist :

  • Woddy Wodka
  • Honky Tonky Show
  • Mein Ding
  • Cello
  • Schwere Zeiten
  • Du knallst in mein Leben
  • Herzen der stolzesten Frauen
  • Na und
  • Wozu sind Kriege da
  • Wir ziehen in den Frieden
  • Rock ´n Roller
  • Ratten
  • Mashup von Vom Opfer zum Täter / Führer
  • BRD
  • Kompass
  • Genauso tun
  • Das Leben
  • Sternenreise
  • Horizont
  • Johnny Controlletti
  • Sonderzug nach Pankow
  • Andrea Doria
  • Candy Jane
  • Reeperbahn
  • Eldorado
  • Goodbye Sailor
  • Odyssee

Text und Fotos Jan Heesch

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