Dienstag 23. April 2024

Rue Oberkampf x GEISTHA führen durch eine vernebelte Clubnacht

Genre: ELECTRONIC

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Um Bedeutung zwischen Melancholie und flüchtiger Ekstase auf düsteren Tanzflächen zu erkunden, veröffentlichen Rue Oberkampf und GEISTHA ihre gemeinsame Single „Moths“. „Moths“ ist intensiv, „Moths“ wiegt schwer, es ist düster und verträumt, es treibt voran. „Moths“ führt dich durch eine vernebelte Clubnacht und ist der Track, den du shazamst und auf dem Heimweg auf deinen AirPods hörst, während du durch die nächtliche Dunkelheit deiner Stadt gehst.

Rue Oberkampf und GEISTHA teilen nicht nur eine Liebe zu Subkultur, sondern auch zu Musik ohne Genrelimitierungen. Sie lernten sich auf Tour kennen und beschlossen, gemeinsam an Musik zu arbeiten.

„Ich glaube beide Projekte drehen sich eher um einen bestimmten Vibe, als um bestimmte Genres. Deshalb dachten wir alle von Beginn an – das könnte passen“, sagt Julia de Jouy von Rue Oberkampf. „Speziell mit zwei Sänger*innen zu arbeiten, war sehr neu für uns“, ergänzt Oliver Maier. Während Rue Oberkampf ihre Wurzeln in der Goth Scene haben, gibt es die klare Intention, Innovation in eine Szene zu bringen, deren Blick von Zeit zu Zeit ein wenig zu sehr in die Vergangenheit gerichtet sein kann. GEISTHAs Musik findet normalerweise irgendwo zwischen Post Genre Techno Wave und Goth inspiriertem Hyperpop statt, weswegen die gemeinsame Arbeit zu einem Ergebnis führt, das sehr vielfältig in seiner klanglichen Ausdrucksweise ist.

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Das musikalische und emotionale Spektrum von Moths reicht von düster und verträumt bis hin zu industrial und treibend. Analoge Hardware Synths schneiden durch weite granulare Vocalatmosphären, alles verbunden von pulsierenden Drums, die urbane Szenerien malen. An der ein oder anderen Stelle mag ein Hauch von Nostalgie durchscheinen – was nur fair ist, da Rue Oberkampf und GEISTHA eine recht offensichtliche Liebe zu 80er Jahre Musik teilen – am Ende jedoch ist Moths voller Klangtexturen und Sound Design, das wir aus moderner elektronischer Musik kennen.

„Wir waren fast fertig mit dem Song, aber uns hat noch der perfekte Sound für die Main Sequence gefehlt“, erzählt Damien De-Vir, „und da ist dieser Waldorf Pulse 2 in meinem Studio Rack, den wir ausprobiert haben. Und plötzlich kam alles zusammen, hat irgendwie Sinn gemacht.“ Die Kunst im Produktionsprozess war es die richtige Balance zu finden zwischen modernen DAW Tools und Hardware, zwischen digital und analog, elektronisch und organisch. „Es spiegelt auf eine Art das moderne Leben wider, es geht darum einen Weg durch die endlosen Möglichkeiten zu finden. Einen Sound zu finden, der nicht alles ist, was möglich ist – aber dein eigener“, beschreibt GEISTHA den Produktionsprozess von „Moths“.

Auch inhaltlich gibt es verschiedene Ebenen zu verstehen. Der französische Chorus, mantraartig vorgetragen, artikuliert ein tiefes Ungleichgewicht, beinahe eine Urangst. Er fragt nach einem Verständnis für die eigene Existenz, klingt beinahe fordernd. Die Wahl auf Französisch und Englisch zu singen, ist gängig in Rue Oberkampfs Diskographie und scheint für diese Kollaboration nur logisch. Wenn sich diese beiden Sprachen und die Stimmen der Sänger*innen treffen, erschaffen sie einen sich wiederholenden Dialog und reflektieren über Emotionen, die tief mit der menschlichen Existenz verbunden sind.

Wenn Julia de Jouys und GEISTHAs Stimmen von Schmerz und Angst singen, bist du zurück im Club, auf vernebelten Tanzflächen, verloren in urbaner Melancholie. Moths ist ein Song für Eskapismus, selbst verschuldete Schlaflosigkeit aber auch für den Weg nach Hause, wenn die Dämmerung langsam anbricht. Das instrumentale Ende des Songs hat eine Idee von Hoffnung in sich. Ein Gefühl, das dich möglicherweise an einem weniger düsteren Ort zurücklässt, als du es am Anfang dachtest.

Instagram Rue Oberkampf | Instagram GEISTHA

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